High durch Lachgas? Das kann sehr gefährlich für die Gesundheit sein. Deswegen gelten nun strengere Regeln dafür in Deutschland. Genauso auch für K.-o.-Tropfen, die komplett verboten sind.

Lachgas, also Distickstoffmonoxid (N2O), aus einem Luftballon zu inhalieren, wirkt innerhalb weniger Sekunden euphorisierend. Das Gas hemmt Botenstoffe zwischen den Nervenzellen im Gehirn, insbesondere Nervensignale, die für Schmerz und Emotionen zuständig sind.

Das kurze High, das Feeling von Leichtigkeit, fühlt sich für viele so schön an, dass es immer mehr Leute auch genutzt haben: vor allem junge Leute beim Partymachen. Nach wenigen Minuten ist das Gas abgebaut und der Rausch vorbei.

Bundesweite Regelung

Als erstes Bundesland hatte Hamburg bereits im Januar 2025 ein Verbot für den Verkauf von Lachgas an Kinder und Jugendliche eingeführt. Eine Änderung des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG) – die ab sofort gilt – regelt das nun auch bundesweit.

  • Minderjährige dürfen Lachgas gar nicht mehr kaufen.
  • Erwachsene Privatleute bekommen es online und an Automaten nicht mehr.
  • Im Geschäft dürfen maximal zehn Kartuschen Lachgas mit jeweils 8,4 Gramm von Erwachsenen gekauft werden.

In der Gastronomie – die Kartuschen werden etwa auch zum Aufschäumen von Schlagsahne genutzt – , der Industrie, Forschung und Medizin – etwa bei Geburten zur Entspannung oder in der Zahnmedizin als leichtes Betäubungsmittel gegen Ängste – bleibt Lachgas aber weiterhin erlaubt.

"Betroffene sagen zum Beispiel, dass sie taube Hände oder Füße haben und nicht mehr richtig gehen können."
Alex Werth, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten

Das Gefährliche am Lachgas: Es kann bewusstlos machen – und durch den Sauerstoffmangel können Gehirn und langfristig auch das Nervensystem geschädigt werden. Betroffene berichten etwa von tauben Händen oder Füßen.

Die meisten Konsumierenden atmen das Lachgas über Luftballons ein. Einige inhalieren aber auch direkt aus der Kartusche – schlechte Idee, denn wegen der Kühlung und des Gasdrucks kann dadurch Lungengewebe erfrieren und verletzt werden.

Lob und Kritik für das neue Gesetz

Die Gewerkschaft der Polizei lobt das Gesetz. Das Hauptproblem sei gewesen, dass Jugendliche im Kiosk oder Supermarkt einfach so große Kartuschen Lachgas kaufen konnten.

Allerdings müssten die Konsumierenden auch besser aufgeklärt werden. Außerdem könnte die neue Obergrenze immer noch zu hoch sein und es weiterhin zu Missbrauch kommen.

"Lachgas ist kein Spiel und keine harmlose Partydroge, sondern ein hohes Risiko für die Gesundheit."
Nina Warken, Bundesgesundheitsministerin

Auch die Bundesärztekammer kritisiert die Obergrenze von 8,4 Gramm bei der Füllmenge als zu hoch. Sie fordert zudem, dass keine Werbung mehr für Lachgas gemacht werden darf. Um das neue Gesetz auch umzusetzen, verlangt sie verstärkte Kontrollen – und dass Verstöße auch entsprechend bestraft werden.

Verbot für K.-o.-Tropfen

Per Gesetz nicht mehr hergestellt, verkauft oder besessen werden dürfen ab sofort die Chemikalien Gamma-Butyrolacton (GBL) und 1,4-Butandiol (BDO) – diese sogenannten K.-o.-Tropfen können in Getränke geträufelt werden und werden häufig von Sexual-Straftätern benutzt, um ihre Opfer bewusstlos zu machen.

Beide Chemikalien sind jetzt verboten.

Shownotes
Gesetz gegen Partydrogen
Schärfere Lachgas-Regeln und K.-o.-Tropfen-Verbot
vom 13. April 2026
Moderation: 
Till Haase und Sebastian Sonntag
Gesprächspartner: 
Alex Werth, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten