Ein niederländisches Start-Up will Krähen dazu dressieren, in unseren Städten als fliegende Straßenreinigung Zigarettenkippen einzusammeln. 

Die Niederlande sind weit vorn, wenn es um verrückte Geschäftsideen mit Technik und Tieren geht: das Unternehmen Guard from Above trainiert zum Beispiel Adler, die bei Terrorangriffen feindliche Drohnen vom Himmel holen können. Jetzt kommt das Start-Up Crowded Cities mit der Idee, Krähen als Reinigungskräfte zu trainieren. 

Die Idee stammt von den Industriedesignern Ruben van der Vleuten und Bob Spikman. Die waren eines Tages in Amsterdam in einem Park unterwegs, der total mit Kippen zugemüllt war. Und sie fragten sich, wie könnten wir die möglichst schnell und elegant einsammeln?

„Zuerst wollten sie einen Roboter bauen, doch dann sahen Ruben und Bob einen Vogel und dachten: Das ist es, eine fliegende Straßenreinigung!“
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Ruben und Rob entschieden sich für Krähen. Die gehören zu den intelligentesten Tieren der Welt und man kann sie sehr gut trainieren. Dazu wollen die beiden Boxen mit einem Trichter aufstellen, in die die Krähen aufgesammelte Zigarettenstummel werfen können. Jedes Mal wenn eine Krähe eine Kippe hinein wirft, bekommt sie zur Belohnung Futter.

Es gibt bereits ein Startup namens Crowbox, das ein amerikanischer Hacker aufgezogen hat. Der hat bewiesen, dass Krähen freiwillig Münzen einsammeln und in eine extra aufgestellte Box werfen, wenn man sie dafür mit Erdnüssen belohnt. Nach dem gleichen Prinzip wird Crowded Cities auch funktionieren. 

Projekt noch in Vorbereitungsphase

Ruben und Bob müssen eine spezielle Vorrichtung bauen, die das Futter nur dann rausgibt, wenn die Krähen tatsächlich einen Zigarettenstummel reinwerfen. Dazu bauen sie noch Kamera-Sensoren und eine Objekterkennungs-Software in die Kästen ein. Denn die ganze Idee funktioniert nur, wenn das, was die Krähen anschleppen, einwandfrei als Zigarettenstummel erkannt wird. 

"Ich frage mich, wie gesundheitsgefährdend ist das für die Krähen? Das wollen Ruben und Bob noch klären. Bis dahin arbeiten sie an den ersten Versuchen."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova