Nordkorea ist eines der isoliertesten Länder der Welt, abgeschottet von Diktator Kim Jong Un und seiner Familie. Vor kurzem durften ein paar deutsche Bundestagsabgeordnete ins Land. Der Fotograf Frank Zauritz hat sie begleitet und sagt: Im Vergleich zu früheren Besuchen war die Kontrolle diesmal lockerer.

Knapp eine Woche war der Fotograf Frank Zauritz in Nordkorea - als Begleitung einer Delegation deutscher Bundestagsabgeordneter, die das Land im Zeichen der Völkerverständigung besuchen durften. Anders als viele der Politiker war Frank Zauritz nicht zum ersten Mal in dem abgeschotteten Land. Im Interview mit DRadio Wissen sagt er: Im Vergleich zu seinen beiden früheren Besuchen sei die Kontrolle diesmal etwas lockerer gewesen.

Einige Fotos von Frank Zauritz aus Nordkorea:

Natürlich könne man sich als Fotograf in Nordkorea nach wie vor nicht völlig frei bewegen und einige Motive bekomme man erst gar nicht vor die Linse: "Hungernde Kinder zum Beispiel", erklärt Frank Zauritz - Bilder eben, von denen das Regime von Diktator Kim Jong Un nicht will, dass sie verbreitet werden.

Bei seinen ersten Besuchen seien auch jegliche Zeichen für Freiheit für seine Kamera tabu gewesen - wie etwa freier Handel. "Diesmal konnte ich zumindest Frauen fotografieren, die ihren Salat auf der Straße verkauft haben", berichtet Frank Zauritz. Er würde nicht sagen, dass sich das Land verändert hat, aber: "Die Form der Kontrolle hat sich an uns angepasst." Früher habe er sich nicht einmal unbegleitet aus dem Hotel bewegen dürfen, das sei bei seinem letzten Besuch anders gewesen.

"Beim ersten Mal war die Begleitung ziemlich streng und man hat mir gleich am Flughafen gesagt, dass ich keine Menschen ungefragt fotografieren darf. Das hat sich geändert."
Der Fotograf Frank Zauritz war in Nordkorea unterwegs

Der Fotograf hatte auch den Eindruck, dass die Menschen ihm freundlicher begegnet sind als bei früheren Reisen - allerdings habe er bei sich selbst bemerkt, dass er viele Szenen misstrauisch hinterfragt habe: Kann ich dem, was ich sehe, trauen? Ist das echt - oder gelenkt? "Wir sind zum Beispiel in eine Situation hineingeraten, in der eine Familie gerade Bulgogi gekocht und gegessen hat, ein traditionelles koreanisches Fleischgericht", erzählt Frank Zauritz. Als die deutsche Delegation dazu kam, hätten die Menschen angefangen zu tanzen. "Überall auf der Welt sonst wäre das ein großartiger Moment gewesen - aber in Nordkorea hinterfragt man das. Und das ist wahnsinnig schade."

"Nur ein winziger Einblick"

Was Frank Zauritz ebenfalls nachhaltig beeindruckt hat, war die Obrigkeitsgläubigkeit vieler Nordkoreaner: "Wenn dir in der Bibliothek des Volkes eine Bibliothekarin sagt, dass der ehemalige Diktator Kim Jong Il 10.400 Bücher geschrieben hat, dann glaubt sie das zutiefst." Der Fotograf ist sich außerdem bewusst: "Das, was ich sehe, ist nur ein winziger, stark kontrollierter Einblick in dieses Land."