Manche zweifeln sie an, viele aber hoffen, dass mit ihr alles besser wird: die Corona-Schutzimpfung. In NRW konnten sich heute die ersten Impfberechtigten einen Termin holen. Das sind alle ab 80 Jahren. Viele von ihnen haben es versucht. Seit acht Uhr morgens klickten sie sich durchs Anmeldeformular oder hingen in ewig langen Warteschleifen. Schnell war klar: Das mit dem Impftermin klappt nicht so richtig.

Schließlich kam es so, wie es nicht wenige Schwarzseher prophezeit hatten: Am Morgen des 25. Januar – dem Tag, an dem die Impftermine für NRW vergeben werden sollten – gab es letztlich mehr Probleme als Impftermine.

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs hat den ersten Anmeldetag zur Corona-Schutzimpfung beobachtet und weiß: Am Morgen funktionierten weder die telefonische Hotline 0800 116117 noch die gleichnamige Website so richtig. Die ersten Termine konnten erst ab dem späten Vormittag vergeben werden. Danach musste man Glück haben: Mal ließ sich das Anmeldeformular aufrufen, mal kam die Meldung, das Buchen der Impftermine sei wegen erhöhter Anfrage nicht möglich.

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Terminvergabe: eine Sache des Glücks

Die Organisatoren der Impfungen in NRW sind die Kassenärztlichen Vereinigungen in Westfalen Lippe und Nordrhein. Sie meldeten bis mittags 50.000 vergebene Termine.

"Ob Bayern, Sachsen oder NRW – eigentlich hakt es in ganz Deutschland mit der Vergabe der Impftermine."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

So wie in NRW gab es auch in anderen Bundesländern Probleme. So wie in Bayern zum Beispiel. Das Bundesland hatte zur Impfterminvergabe zwar eine eigene Software an den Start gebracht, aber auch die war zeitweise überlastet. Und auf der sächsischen Website war es vorübergehend gar nicht erst möglich, einen Termin zu machen.

560.00 Impfdosen für eine Million Impfberechtigte

Das größte Problem scheint derzeit der Lieferengpass bei den Impfdosen zu sein. Insgesamt dürfen sich derzeit alle über 80-Jährigen zur Erstimpfung anmelden. Das sind in Nordrhein-Westfalen etwa eine Million Menschen.

Nach aktuellem Stand (25.01.2021) stehen bis Anfang April aber nur 560.00 Impfdosen zur Verfügung. Trotzdem bleiben die Kassenärztlichen Vereinigungen dabei: Bis Ende April dieses Jahres sollen alle über 80-Jährigen die erste Impfung bekommen haben – sofern sie denn wollen. Ab April gehen sie davon aus, dass mehr geimpft werden kann, sofern bis dahin – wie erwartet – mehr Impfstoff zur Verfügung steht.

Bei Impfterminen ist Flexibilität gefragt

Wer in diesen Tagen einen Termin macht, muss offenbar flexibel sein. Wenn ihr beispielsweise Oma und Opa gemeinsam zum Impftermin begleiten wollt, werdet ihr eventuell enttäuscht werden.

"Teilweise ist es nicht möglich, zwei Personen zu einem ähnlichen Termin anzumelden. Wenn man zum Beispiel im Saarland für zwei Menschen einen Termin buchen will, um sie zusammen hinzufahren, macht das System leider nicht mit."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Diejenigen, die sich impfen lassen dürfen (und es auch wollen), brauchen also erst einmal viel Geduld. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als die Warteschleifen auf sich zu nehmen oder sich online einen Termin zu besorgen – wenn die Seite und die Nerven es denn mitmachen.

Kassenärztliche Vereinigung bittet Termin-Hotline nicht als Info-Hotline zu nutzen

Die Kassenärztliche Vereinigung bittet außerdem, die Hotline nicht zusätzlich zu belasten. Das heißt, dass alle, die laut Corona-Impfverordnung nicht zur Gruppe der über 80-Jährigen gehören, ausdrücklich gebeten werden, erst anzurufen, wenn auch für sie die Terminvergabe startet. Zudem sollten die telefonischen Anmeldemöglichkeiten für eine Corona-Impfung vor allem zur Terminvermittlung und nicht für allgemeine Fragen zur Corona-Impfung in Anspruch genommen werden.