Manchmal würden wir gerne ein bis zwei Jahre vorspulen. Dann hätten wir uns nämlich heute Morgen nicht zur Arbeit quälen müssen, sondern hätten einfach Olli gerufen, hätten zu ihm gesagt: "Hey, Olli, bring uns zur Arbeit." Und Olli, der Minibus aus dem 3D-Drucker, hätte uns verstanden und wäre losgefahren.

Olli ist ein selbstfahrender Elektro-Minibus, den das Startup Local Motors gerade zusammen mit IBM und anderen Firmen entwickelt hat und der in der Nähe von Washington DC schon Realität ist. Bald soll er auch nach Berlin kommen. Zumindest wird darüber gerade verhandelt. Und dann müssten wir Olli wahrscheinlich nicht anrufen, sondern würden ihn vermutlich eher per App bestellen. Er käme dann angefahren, ganz allein, ohne Fahrer, die Tür würde sich öffnen, zwölf Leute könnten einsteigen und mit Olli sprechen.

Das Besondere: Olli fährt uns nicht nur von A nach B, sondern er macht auch Komplimente und fährt hungrige Fahrgäste ins nächste Restaurant. Dabei könnte er auch noch ein Gericht empfehlen und würde seinen Fahrgästen sagen, dass sie lieber einen Schirm mitnehmen sollten, weil es in einer Stunde regnen könnte.

Bus Olli versteht euch

Olli steht mit seiner Umwelt über 30 Sensoren in Kontakt, die überall im Fahrzeug angebracht sind. Olli kann also anders als menschliche Fahrer 360 Grad sehen und ist mit IBMs Supercomputer Watson verbunden. Außerdem kann er selbstständig Informationen aus Daten gewinnen und Schlüsse ziehen - cloud-based cognitive computing, nennen das die Entwickler. Ihr könnt euch also mit Olli unterhalten und er würde euch auch verstehen, während er euch hoffentlich sicher durch den Verkehr manövriert.

"Besonders beeindruckend ist auch, wie Olli gemacht wird."
Netzautorin Martina Schulte

Aber das ist nicht die einzige Besonderheit von Olli, ungewöhnlich ist auch, wie er hergestellt wird. Er kommt nämlich aus dem 3D-Drucker. Die Designs sind crowdgesourct. Local Motors hat gerade auch den ersten Prototypen für ein Elektroauto für 5000 Dollar entwickelt, das noch in diesem Jahr mit einer Crowdfunding-Kampagne auf den Markt kommen soll. Drei Viertel des Autos werden im 3D-Drucker hergestellt, genau wie bei Olli.