One-Button-Games verzichten auf große technische Komplexität und lenken die Aufmerksamkeit der Gamerinnen und Gamer auf ihr Verhalten im Spiel. Sie sollen zum Beispiel lernen, Nein zu sagen oder auf das richtige Timing zu achten.

Die meisten Videospiele sind ziemlich komplex. Auf dem Controller hat jeder Knopf eine wichtige Funktion, manchmal auch mehrere. Für Spielerinnen und Spieler heißt das: Sie müssen erst einmal die Tasten gut kennen, damit sie das Game steuern können.

One-Button-Games wie "Say No! More" machen das anders. Hier haben die Gamer genau eine Aufgabe: Sie sollen Nein sagen und dafür brauchen sie eben nur einen Knopf.

Im Klischee-Praktikum Nein sagen lernen

In dem One-Button-Game sind die Spielerinnen in der Rolle eines Praktikanten unterwegs. Im Büro müssen sie sich mit ihrem fiesen Chef und den anderen schroffen Mitarbeitenden auseinandersetzen und zum Beispiel Kaffee für sie kochen – bis sie lernen, selbstbewusst Nein zu sagen.

Ein Screenshot aus dem One-Button-Game "Say No! More".
© Say No! More | Studio Fizbin
Die Spielfigur, eine Praktikantin, sagt Nein zu ihrem Chef.

Das Entwicklerteam vom Berliner Studio Fizbin hat sich oft gefragt, ob ihr Spiel mit nur einer Tastenfunktion komplex genug ist, erklärt Gamedesigner Marius Winter. Schlussendlich haben sie sich gegen weitere Funktionen entschieden, weil es ihnen mehr um die Botschaft gehe, auch mal Nein zu sagen und weniger um die technische Herausforderung. Durch seine Einfachheit soll das Spiel auch möglichst viele Menschen erreichen, so Programmiererin Kathrin Radtke.

"Ein One-Button-Game hilft dir, nicht an den Controller zu denken, sondern an das Thema und das Spiel. Spiele, die auf dein Verhalten reagieren, können sehr schnell superkomplex werden."
Marius Winter, Gamedesigner im Studio Fizbin

Gamerinnen und Gamer sollen sich im Spiel ausprobieren und schauen, was passiert, wenn sie nicht widersprechen. Durch den Fokus auf nur eine Kernmechanik können sie schnell lernen, wie das Spiel funktioniert und verlieren auch nicht. Das hat seinen Reiz, findet Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher, der das One-Button-Game getestet hat.

Ohne Schnickschnack auf die Botschaft konzentrieren

Bei anderen One-Button-Games ist die Spielmechanik ähnlich einfach gehalten. Von ihnen gibt es eine ganze Reihe, auch wenn es ein Nischen-Genre ist. "Canabalt" zum Beispiel ist ein etwas älteres, beliebtes One-Button-Game für das Handy.

Hier läuft die Spielfigur immer nach rechts und soll über Hindernisse oder Abgründe springen. Klicken die Spielerinnen und Spieler eine Taste, hüpft die Figur hoch. Das klingt erst einmal einfach. Bei dem Spiel kommt es aber auf das richtige Timing und Fingerspitzengefühl an, was auch seine Schwierigkeit hat, sagt Thomas Ruscher.

"Die Spielmechanik ist also immer supersimpel, das Spiel selbst nicht unbedingt."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk Nova