Die Online-Banking-Systeme werden immer einfacher zu bedienen. Passwort, Tan und Pin werden bald abgelöst. Der Login per Fingerabdruck ist vor allem bei den unter Dreißigjährigen beliebt.

Eine Umfrage der Unternehmensberatungsgruppe PricewaterhouseCoopers (PwC) hat ergeben, dass vier von zehn Banking-App-Nutzern zwischen 18 und 29 Jahren sich schon mal per Fingerabdruck eingeloggt hat. Maximilian Harmsen ist Payment-Experte bei PwC und glaubt, dass Bankkarte, Pin und Tan bald Geschichte sind.

"Wenn man das ganz extrem sieht, wird Karte, Pin und Tan zukünftig verschwinden und durch wesentlich einfachere Verfahren, nämlich Biometrie, vornehmlich Fingerabdruck und Gesichtsfelderkennung ersetzt."
Maximilian Harmsen, Payment-Experte bei PWC

Maximilian Harmsen glaubt, dass in drei bis fünf Jahren biometrische Verfahren Standard sein werden. Die Postbank und ING praktizieren das beispielsweise schon. Gerade der Fingerabdruck gilt so sicher wie eine sechsstellige Pin, sagt Maximilian Harmsen. Auch die Verbraucherzentrale versichert: Wer einen Fingerabdruck fälschen will, muss viel kriminelle Energie aufwenden.

Ein anderes Login-Verfahren ist zum Beispiel die Gesichtserkennung. Die funktioniere aber nicht so zuverlässig laut Verbraucherzentrale, weil sie sich schon mal mit einem Foto überlisten lasse.

Bei Voicebanking könnte Google mithören

Voicebanking dagegen ist noch nicht so ausgereift. Bei der Volksbank können Kunden per Alexa-Skill allgemeine Informationen über Kreditkarten oder Kontomodelle abrufen. Bei einigen Sparkassen können Kunden per Sprachbefehl den Kontostand abrufen. Eine Überweisung per Sprachbefehl bietet die Comdirect an. Dazu muss der Kunde zuvor den Kontoempfänger mit Iban-Nummer angelegt haben. Ist also nur sinnvoll für mehrere Überweisungen an ein und denselben Empfänger.

Kritisch ist, dass für das Voicebanking mit Google Home bei Comdirect zuvor der Google Assitant auf dem Smartphone aktiviert werden muss. Die Banken sagen zwar, dass Google keine Daten erhalte, aber Maximilian Harmsen ist vorsichtig, ganz auszuschließen sei das nicht.

Weitere Login-Verfahren sind der Iris-Scan, Erkennung der Geometrie der Hände oder bei Smartwatches per Pulsschlag am Handgelenk. Diese Verfahren sind aber noch im Entwicklermodus.