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Auf der Website Onlyfans können sich Nutzerinnen und Nutzer gegen Geld erotische Inhalte angucken. Pornografie wollte die Plattform verbieten - hat nach Kritik jetzt aber die Meinung geändert.

Die Content-Plattform Onlyfans ist bekannt für erotische und pornografische Inhalte. Registrierte Nutzer können solche Inhalte hochladen und anderen kostenpflichtig zur Verfügung stellen. Kürzlich verkündete Onlyfans, dass es ab Oktober keine sexuell eindeutigen Inhalte auf der Webseite geben wird. Nun ruderte Onlyfans-Chef Tim Stokely zurück: Pornografische Fotos und Videos sind doch OK.

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer sagt: Es ist nicht ganz klar, weshalb die Webseite die Verbreitung von pornografischen Material stoppen wollte. Ein Grund könnte sein, dass Creator für Inhalte nicht bezahlt wurden. Denn Banken blockierten immer wieder Transaktionen von Kundinnen und Kunden des Netzwerks. "Mit diesen Änderungen kommen wir den Wünschen unserer Bankpartner und Zahlungsabwickler nach", so hatte Onlyfans-Chef Tim Stokely die Änderung erläutert.

Reaktion auf Kritik an Sexarbeit?

Der Stopp der Bankgeschäfte mit Onlyfans erinnert an einen Fall mit der Seite Pornhub aus dem Oktober 2020, zu dem die Zeitung "New York Times" recherchierte. In einigen Videos wurden Opfer von Menschenhandel und Kindesmissbrauch gezeigt. Daraufhin kündigten Zahlungsdienstleister die Zusammenarbeit mit der Pornoseite.

Zudem kommt: Pornos und Sexarbeit haben einen schlechten Ruf. Mit Plattformen wie Onlyfans zusammenzuarbeiten, ist aus Sicht von manchen Unternehmen heikel.

"Porno- und Sexarbeit hat einfach einen sehr schlechten Ruf. Mit Plattformen wie Onlyfans zusammenzuarbeiten, ist nicht gut für das Ansehen von Banken. Das ist in den USA noch krasser als Deutschland."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Alles, was mit Erotik und Porno zu tun hat, ist speziell in den USA ein Politikum. Manche, vor allem christliche Gruppen, wollen dieses Geschäft am liebsten komplett verbieten. Andererseits sind für viele Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter Online-Plattformen eine relativ sichere Möglichkeit, Geld zu verdienen - weil sie dann zum Beispiel nicht auf den Strich gehen.

Eine Plattform wie Onlyfans dürfte auch von dieser politischen Lage beeinflusst sein, das Angebot anzupassen.

"Je illegaler Möglichkeiten sind, desto weniger lassen sie sich kontrollieren."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Viele Onlyfans-Mitglieder sind verärgert auf die Betreiber der Plattform. Durch die Aktion haben einige Creator Abos verloren. Ob die Abonnenten zurückkehren, ist nicht sicher.