Ihr seid unterwegs beim Wandern und müsst dringend aufs Klo. Nicht nur pinkeln, sondern kacken. Was tun? Wir haben uns Tipps vom Alpenverein geholt.

Ein 32-jähriger Kletterer war am Samstag (22.02.) im Allgäu unterwegs und hatte das Bedürfnis zu kacken. Anschließend entschied er sich, seine Kacke und das Papier anzuzünden und löste damit in dem ausgetrockneten Gebiet einen Waldbrand aus. Das Feuer dehnte sich durch den aufkommenden Wind schnell aus und konnte nur mit großem Einsatz und speziellem Gerät gelöscht werden. Die ganze Aktion war also keine gute Idee.

"Die beste Devise ist, so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen."
Nicolas Gareis, Deutscher Alpenverein

Wir haben uns beim Deutschen Alpenverein erkundigt, wie wir es besser machen können. Klar kann das jeder und jedem von uns beim Wandern oder Klettern passieren, dass er oder sie aufs Klo muss, aber weit und breit keine Hütte in Sicht ist. Nicolas Gareis sagt, die generelle Regel sei, am besten so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen.

Menschliche Kacke kann für Kühe und andere Tiere gefährlich sein

Das heißt: Ein großes Geschäft wird idealerweise verscharrt oder vergraben. Wer Taschentücher benutzt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass sie bis zu fünf Jahre brauchen, um sich zu zersetzen. Also: lieber wieder mitnehmen und daheim in den Müll zu werfen. Damit sie nicht im Rucksack rumfliegen, empfiehlt Nicolas, einfach eine verschließbare Plastiktüte mitzunehmen: "Die wiegt nicht viel, kostet nicht viel und ist einfach zu entsorgen."

"Wenn ich unterwegs bin, habe ich im Rucksack einen Plastikbeutel dabei – wiegt nicht viel, kostet nicht viel Platz. Den einfach fest verschließen. Und dann kann nichts passieren."
Nicolas Gareis, Deutscher Alpenverein

Nicolas Gareis sagt auch, dass wir darauf achten sollten, dass wir uns einen Platz suchen, der etwas abseits liegt – also nicht auf einem Weg, wo andere Wanderer in die Scheiße treten könnten. Und wir sollten uns nicht unbedingt in der Nähe eines Baches oder eines Gewässers erleichtern. Dabei geht es darum, dass Kühe oder andere Tiere unsere Exkremente mit der Nahrung aufnehmen könnten. Und das wiederum kann gefährlich für sie sein, denn möglicherweise enthält unser Kot Krankheitserreger. Leider aber lassen immer noch sehr viele ihre Hinterlassenschaften inklusive "Toilettenpapier" zurück, statt sie richtig zu entsorgen, so Gareis abschließend.

"Wenn man sich draußen umschaut, sieht man, dass es viele aus Bequemlichkeit liegen lassen."
Nicolas Gareis, Deutscher Alpenverein