Die kleine kroatische Stadt Dubrovnik hat ein ähnliches Problem wie Amsterdam, Venedig und Island: Zu viele Touristen, auf die der Ort nicht ausgelegt ist. Erst recht seit bekannt ist: Die Stadt ist einer Drehorte für die Serie "Game of Thrones". Dubrovnik steuert jetzt gegen. Das Ziel: weniger Gäste zur gleichen Zeit. Die dafür aber ein umso schöneres Altstadt-Erlebnis genießen sollen.

Dubrovnik im Süden Kroatiens hat eine wunderschöne, gut erhaltende Altstadt, die im Jahr 1979 von der Unesco in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Sie beschert der Stadt mit rund 40.000 Einwohner massenhaft Touristen, die per Schiff und Bus anreisen. Und zu den normalen Touristen kommen in letzter Zeit auch noch die dazu, die die Drehorte für die Serie "Game of Thrones" sehen wollen.

"Manche Gäste ziehen sich komplett aus und gehen nackt die Treppe hinab, um die Walk-of-Shame-Szene aus Game of Thrones nachzustellen."
Gabriela, Stadtführerin in Dubrovnik

Das alles wird langsam zum Problem. Deshalb steht Dubrovnik jetzt auf der (inoffiziellen) Liste der vom Overtourism geplagten Orte, die zum Beispiel auch Venedig, Amsterdam und Island listet: Zu viele Touristen zur selben Zeit am selben Ort.

Dubrovnik, in Person des 37 Jahre alten Bürgermeisters Mato Franković, möchte nun gegensteuern: Es sollen zwar nicht weniger Touristen kommen, aber sie sollen zeitlich besser verteilt und ökologischer transportiert werden:

  • Statt sechs Kreuzfahrtschiffen sollen nur noch zwei pro Tag anlegen dürfen.
  • In der Altstadt sollen sich maximal 4000 Gäste gleichzeitig aufhalten.
  • Die Schiffspassagiere sollen mit Elektrobussen in die historische Altstadt gebracht werden.
  • Auch die über 1000 Taxis will die lokale Politik reduzieren. 500, wie früher, würden reichen.
  • Jeder Tourist soll einen Euro Eintrittsgeld bezahlen.

Diese Veränderungen brauchen aber Zeit. Denn Reiseveranstalter verkaufen ihre Reisen zwei bis drei Jahre im Voraus.

Dubrovniks Bürgermeister will aber nicht nur die Touristenzahl begrenzen. Die Altstadt soll für eben diese Touristen auch attraktiver werden - zum Beispiel, indem der ein oder andere Geldautomat abgebaut wird, der das Stadtbild stört. Auch gibt es viel weniger Reklame in der Altstadt sowie weniger Tische und Stühle auf den Straßen und in den Gassen, damit die Touristen dort mehr Platz haben.

"Wirklich auffällig ist, dass es in den Straßen überhaupt keine Reklame gibt. Man sieht jetzt tatsächlich die Altstadt und nicht nur irgendwelche Hinweisschilder. Das ist nachahmenswert."
Sabine Adler, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Eine andere Idee der Tourismusplaner in Dubrovnik: Wenn schon Touristen, dann sollen sie bitte einen ganzen Tag oder sogar über Nacht bleiben, damit sie sich die Stadt in Ruhe angucken und auch Geld ausgeben können. Touristen, die nur mal eben ein paar Stunden vorbeikommen, können dann gerne wegbleiben.