Unter dem Hashtag #paintback übersprühen Streetartists und Graffiti-Sprayer rassistische Schmierereien an Hauswänden. Vorher informieren sie die Eigentümer, die diese Aktionen fast immer gutheißen.

Ibo Omari hat eine Graffiti Store im Berliner Stadtteil Schöneberg. Vor zwei Jahren gründete er den Verein "Die kulturellen Erben", der rassistische Schmierereien auf Häuserwänden übersprüht. Er verschönert die hässlichen Symbole wie Hakenkreuze, indem er und andere Sprayer Zauberwürfel, Hasen und Kleeblätter daraus machen. Und das immer mit dem Einverständnis der Eigentümer.

"Uns ist es wichtig, rechtsradikalen Schmierereien mit Humor zu begegnen und die hässliche Botschaft an den Absender zurück zu schicken."
Ibo Omari hat die Initiative #paintback gegründet: Hakenkreuze werden übermalt.
© dpa
Ibo Omari, Gründer des Vereins "Die kulturellen Erben", der mit Humor und Sprühdosen gegen rassistische Symbolik vorgeht.

Es kommt vor, dass Anwohner bei Ibo Sprühdosen kaufen wollen, um Reichsflaggen und Ähnliches zu übertünchen. Ibo verweist in solchen Fällen immer auf seinen Verein, der an Hausbesitzer, die Stadtverwaltung oder die Deutsche Bahn herantritt und sie auf die Verunstaltung ihres Eigentums aufmerksam macht.

Reinigungsfirmen mit der Entfernung der Schmierereien zu beauftragen, kostet viel, und es dauert oft Monate, bis die verbotenen Symbole entfernt sind. Daher ziehen die Eigentümer meistens die Streetartists vom Verein "Die kulturellen Erben" mit ihren Sprühdosen vor. Ibo hofft, mit seinen Aktionen andere zur Nachahmung zu animieren.

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