Britney Spears, Angelina Jolie, Kate Middleton: Sie alle sind ständiges Motiv von Paparazzi-Bildern. Die Kunsthalle Schirn widmet den Fotos eine ganze Ausstellung.

In der Ausstellung Paparazzi - Fotografen, Stars und Künstler sind ausschließlich "gestohlene Bilder von Stars" zu sehen, erklärt Projektleiterin Katharina Dohm. Diese Bilder spiegeln nicht nur das Verhältnis von Fotograf und Star wieder, sondern sie faszinieren uns. Wir betrachten die Bilder und geben unserer voyeuristischen Neigung nach.

"Wir, die Besucher, wir, die die Bilder anschauen, sind ein aktiver Bestandteil des Systems."
Katharina Dohm, Projektleiterin an der Kunsthalle Schirn

Der Kurator der Ausstellung, Clément Chéroux, will mit der Ausstellung ein gesellschaftliches Phänomen beleuchten. Die Ausstellung, die zuerst das Centre Pompidou in Metz zeigte, provozierte heftige Reaktionen und Kritik. Ein Radiojournalist rief sogar zum Boykott auf.

"Der Paparazzo arbeitet oft skrupellos, ist gierig auf Bilder, überschreitet Grenzen der Privatsphäre, um an seine Bilder zu gelangen."
Katharina Dohm

Seit dem 27. Juni ist die Ausstellung in der Kunsthalle Schirn in Frankfurt zu sehen. Eine Reaktion wie in Metz ist bislang ausgeblieben. Als "Ratten" bezeichnen sich die Paparazzi untereinander, sagt Michel Giniès. Der französische Paparazzo hat einen Großteil der Exponate beigesteuert. Für seine Schnappschüsse von Brigitte Bardot, Marlene Dietrich oder Catherine Deneuve ist er berühmt geworden. Außerdem hat einen großen Fundus an gesammelten Paparazzi-Fotos von Kollegen. Es sei an der Zeit gewesen, die Ästhetik der Paparazzi-Aufnahmen näher zu untersuchen, sagt Giniès.