Ein Mord, den die Polizei als geklärt einstuft. Die Polizeireporterin Paddy Meehan hat da aber ihre Zweifel und kommt dem wahren Mörder auf die Spur. "Die tote Stunde" heißt der zweite Teil einer Trilogie der schottischen Krimi-Autorin Denise Mina.

Es ist das Jahr 1984. Paddy Meehan, 21, schiebt seit ein paar Monaten Nachtschichten für die Scottish Daily News. Sie ist Polizeireporterin. Bei der Geschichte, die sie gerade in der verwaisten Redaktion herunter tippt, sind die Umstände interessant.

Während Paddy am frühen Morgen, noch halb in der Nacht, die Meldung aus der Schreibmaschine zieht, muss sie wieder an das denken, was passiert ist. Sie denkt an den gut gekleideten, arroganten Mann, der angestrengt den Blick ins Haus versperrt hat. An die blutende Frau, die Paddy für ein paar Sekunden durch den Türspalt in einem Flurspiegel sehen konnte, die sie angeguckt und dabei ganz leicht den Kopf geschüttelt hatte.

Die Frau hätte schreien können, tat es aber nicht. Paddy denkt auch an den blutigen 50-Pfund-Schein, den ihr der Mann in die Hand gedrückt hatte, bevor er die Haustür zuknallte.

Kurz darauf ist die blutende Frau tot. Es vergeht ein Tag, und die Polizei fischt ihren Mörder aus dem Fluss. Der Ex-Verlobte. Selbstmord, mit Abschiedsbrief und Geständnis, Fall gelöst. Doch etwas stimmt nicht. Paddy hat den Mann an der Tür gesehen. Und er ist nicht der Mann, der am Tag darauf aus dem Fluss gezogen wurde.

Paddy geht zur Polizei, um eine Aussage zu machen, auch, um den Schein abzugeben, und sie stößt auf Widerstände. Bis auf den Polizisten Sullivan will ihr niemand glauben. Noch schlimmer: Ihr wird offen gedroht. Näher und näher kommt sie dem wahren Mörder. Und seinen Handlangern. Viel zu nah, finden die.

"Die tote Stunde" nennt Paddy Meehan die Zeit gegen 3 Uhr morgens, wenn nichts mehr passiert, sie mit anderen Nachtschichtlern beim Lieblingsimbiss einen fettigen Burger genehmigt und müde in die Redaktion fährt. "Die tote Stunde" heißt auch der zweite Teil einer Trilogie von der schottischen Krimi-Autorin Denise Mina.