Beunruhigende Zeichen von einem Supervulkan. Die Phlegräischen Felder, so heißt das Gebiet bei Neapel unweit des Vesuvs, könnten wieder ausbrechen - und diese Eruption wäre fatal.

Die Campi flegrei, auf deutsch Phlegräische Felder, bei Neapel sind kein Vulkan, wie wir uns ihn gemeinhin vorstellen - also kein Kegelberg mit feuerspuckendem Krater. Stattdessen verbergen sich auf einem Gebiet von 12 mal 15 Kilometern unterirdische Vulkane. Sichtbar werden diese durch heiße, schwefelige Rauchschwaden.

Es wird heiß

Entstanden sind die Felder in ihrer jetzigen Form vor 39.000 Jahren: bei einem der größten Vulkanausbrüche, die wir in Europa seit 200.000 Jahren erlebt haben. Damals brach bei der Eruption des Vulkans die Gesteinsdecke in eine gewaltige Magmakammer. So entstand die aktuelle Form des Gebiets: die sogenannte "Caldera", eine Art Kessel. Unter dieser Oberfläche schlummert immer noch die riesige Magmakammer.

Dass die Vulkanologen nun aufmerken, liegt am Anstieg von CO2 und Wasserstoff, die dort als Gase austreten. Bedrohlich ist auch, dass die Temperatur des Wasserdampfs deutlich gestiegen ist. Waren es 1982 noch 230 Grad sind es nun 310 Grad. Alles Anzeichen, dass im Untergrund ordentlich etwas los ist.

Ein Ausbruch des Supervulkans wäre fatal: Dabei würde 1000 mal mehr Lava und Asche herausgeschleudert, als bei einem normalgroßen Vulkan. Im Umkreis von 100 Kilometern wäre so ziemlich alles vernichtet. Und das Worst-Case-Szenario bietet noch mehr: Erdbeben, Flutwellen oder Schwefelteilchen in der Atmosphäre, die die Erde verdunkeln könnten.

Unsichere Prognose: Alles, nichts, oder...?

Schwierig ist für die Forscher vorausszusagen, wann etwas passiert: In vier Jahren, in 500 - oder vielleicht auch gar nicht? Zu viele Faktoren mischen unter der Erde mit. Bisher hat die Wissenschaft noch nicht genügend Informationen dazu, wie Gestein, Magma und Flüssigkeiten miteinander reagieren, wenn ein Vulkan wieder erwacht. Es kann eine relativ schneller Anstieg mit einer plötzlichen Eruption sein - ein Vulkan kann sich aber genauso wieder beruhigen.

Last-Minute-Warnung

So gab es auch für die Campi flegrei im letzten Jahrhundert einige Ausbruchswarnungen. In den 80er Jahren waren die Anzeichen für eine Vulkanaktivität so stark, dass 40.000 Menschen aus dem Gebiet für mehrere Monate umgesiedelt wurden. Seit 2012 mehren sich nun die Messergebnisse, die darauf hindeuten, dass sich die Magmakammer wieder füllt.

Zur Beruhigung sei gesagt: Neben den unsicheren Indikatoren können die Wissenschaftler auch eine recht genaue Warnung aussprechen. Ein unmittelbarer Ausbruch droht dann, wenn die Magmakammer anfängt Blasen zu werfen und sich dadurch die austretenden Gase weiter verändern. Und dann bleiben immerhin noch einige Tage bis zur Super-Eruption.