2016 soll der Podcast endlich sein Nischendasein aufgeben und nicht mehr nur von eingefleischten Liebhabern genutzt werden. Bestes Beispiel ist der Umzug von Schulz und Böhmermann mit ihrem Podcast zu Spotify.

Für alle, die Lust auf gut gemachte und informative Podcasts haben, aber nicht wissen, wie sie danach suchen müssen, hat unsere Autorin Nora Hespers den internationalen Markt nach Hörempfehlungen abgeklopft.

Laut Entwickler und Podcaster Ralf Stockmann besteht das Problem in Deutschland darin, dass hunderte von einzelnen Initiativen, Akteuren, Playern und Formaten auf dem Markt sind, die jeder für sich versuchen, irgendwie nach vorne zu kommen. Positiv ist aber, dass gerade auf unterschiedlichen Ebenen sehr viel in Bewegung ist.

"Wir befinden uns gerade in einer Hypephase, das heißt alle reden übers Podcasting. Aber eigentlich haben wir schon so seit mehreren Jahren eine Entwicklung, dass sich ganz viel tut in der Szene. Wir sind gerade an einem sehr interessanten Punkt, wie es sich weiterentwickeln wird. Gibt’s ne Plattformisierung oder ist der Hype bald wieder zu Ende. Ich bin gespannt wie es weitergeht."

Podcasts sind in sozialen Medien noch außen vor

Aber ein großes Problem bleibt bisher ungelöst. Podcasts finden in den sozialen Medien bisher so gut wie nicht statt. Es ist zwar möglich, einen Link zu einem Audio zu posten, aber Facebook, Twitter und Co. bieten keine Gelegenheit, den Podcast direkt vor Ort anzuhören.

Der amerikanische Markt hat in den letzten Jahren einige sehr erfolgreiche und aufwändig produzierte Podcasts auf den Markt gebracht, wie "This American Life" oder "Serial". Solche starken Zugpferde bringen die Entwicklung auch in den sozialen Medien voran und haben zur Folge, dass Facebook seit einiger Zeit daran arbeitet, einen Audioplayer zu entwickeln.

"Gegenüber beispielsweise Youtube ist wirklich großer Standortnachteil von Podcasts, dass man sie nicht wirklich gut teilen kann. Schon gar nicht mit einer besonderen Sprungstelle, wenn du einen Podcast hast, der vier Stunden dauert, aber genau diese eine sehr witzige Pointe verlinken willst, da musst du dich schon ganz schön verrenken."

Wer für sich selbst passende Podcasts sucht, ist in der Regel auf Suchmaschinen angewiesen. Also Podcast und den zugehörigen Suchbegriff eintippen und die Ergebnisse durchscrollen. In Zukunft will Google zum jedem Podcast ein Transkript des Textes anbieten, um die Suche zu vereinfachen.

Zahlreiche Podcast-Apps für iTunes und Android

Besitzer eines iPhones haben es da noch etwas leichter. Die vorinstallierte Podcast-App bietet die Möglichkeit, im iTunes Store nach eigenem Interesse herumzustöbern. Und für alle, die ein Smartphone mit Android-Betriebssystem besitzen, haben wir einige Empfehlungen zusammengestellt.

Tipps für Podcast-Apps von Profis:

Nele Heise
Nele Heise, Podcasterin und freie Medienforscherin
"Ich nutze zum Beispiel Podcast-Addict. Ich höre Podcasts zum Einschlafen, und ich habe ganz lange Zeit nicht gewusst, dass es eine Funktion gibt, eine Timer Funktion, dass der Podcast nach 20 Minuten aufhört. Das sind so ein paar Grundfunktionen, die ich schon haben möchte."
Stockmann
© Hagen Immel
Ralph Stockmann, Podcaster und Entwickler
"Am liebsten habe ich PodCat, das kommt aus unserer Szene. Das hat so einen tollen Mintton als Farbe - hat auch schöne Features. Man kann sehr, sehr gut in der Zeit nach vorne und nach hinten scrollen, wenn ich beispielsweise Stopp mache, um in zwei Stunden weiterzuhören an der Stelle, merkt sich die App das und spult automatisch 10 Sekunden zurück."
Nicolas Semak
© Julia Zimmermann
Nicolas Semak, Podcaster und Entwickler
"Auf dem iPhone ist sowieso die Podcast App von Apple schon vorinstalliert mittlerweile, das heißt, man braucht da eigentlich gar nichts mehr installieren. Ich glaube, das ist tatsächlich der hauptsächliche Weg, über Smartphone zu hören. Grundsätzlich geht’s da hin, dass die Sachen einfach schon da sind auf den Telefonen, was glaub ich der Hauptpunkt ist, wo die Leute das hören."
Podcast-App von Apple: Tipp von Nicolas Semak

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