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Mit dem Juni beginnt auch der Pride Month. Wir checken, welche Pride-Veranstaltungen geplant und halbwegs realistisch sind. Außerdem schauen wir, wie Firmen mit der LGBTQI*-Bewegung Geld machen.

Im "Pride-Month" Juni sollen die Belange der LGBTQI*-Community ganz besonders im Vordergrund stehen. Er soll an die Stonewall-Aufstände vom 28. Juni bis 3. Juli 1969 erinnern, als sich homo- und transsexuelle Menschen in New York Polizei-Razzien widersetzt hatten. Es war der Anfang der LGBTQI*-Bewegung, wie wir sie heute kennen. Deswegen wird am 28. Juni auch der Christopher Street Day gefeiert.

2021: Demo-Charakter im Fokus

Zwar in reduzierter Form wegen Corona, aber grundsätzlich können im Juni wieder Veranstaltungen stattfinden, sagt Anke van de Weyer von Deutschlandfunk Nova. 2020 waren die physischen Veranstaltungen noch so ziemlich alle ausgefallen. Dass in diesem Jahr wieder Pride-Umzüge stattfinden können, liege vor allem daran, dass viele Veranstaltungen als Demonstration angemeldet sind. Diese seien wieder möglich – natürlich mit Abstandsregeln, Maske und beschränkter Zahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

"Dass in diesem Jahr wieder Pride-Umzüge stattfinden können, liegt vor allem daran, dass viele Veranstaltungen als Demonstration angemeldet sind."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Bei vielen Veranstaltungen ist das genaue Programm noch nicht klar. Ob also auch Wagen zugelassen sind, auf denen Menschen durch die Stadt fahren, steht noch nicht fest. Das ist von der jeweiligen Infektionslage abhängig.

In Osnabrück zum Beispiel waren jetzt am Wochenende bis zu 1.500 Leute bei einem Demonstrationszug zu Fuß unterwegs. Auch sonst wird auf jeden Fall der Demo-Charakter wieder viel mehr im Fokus stehen, als das sonst der Fall war, sagt Anke van de Weyer. In Berlin zum Beispiel wird es deutlich weniger Wagen geben.

Dass die Veranstaltungen stattfinden können, sei vor allem deshalb wichtig, weil viele Orte der LGBTQI*-Szene wegen der Pandemie lange geschlossen waren. Dadurch hat die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum abgenommen und sichere Räume für die Community fehlten.

Markt mit Pride-Artikeln wächst

Der Pride-Monat bedeutet auch: Viele Online-Shops und Läden sind voll mit Mode-Artikeln in Regenbogenfarben. Der Markt mit den Pride-Artikeln wird immer größer, inzwischen sind praktisch auch alle großen Sportartikelhersteller dabei, zum Beispiel Nike, Adidas, Converse, Vans oder Levis. Das Football-Team der San Francisco 49ers bringt 2021 die erste geschlechtsneutrale Kollektion der NFL auf den Markt, bei der nicht mehr zwischen Männer- und Frauen-Outfit unterschieden wird.

Disney bringt schon seit ein paar Jahren eine eigene Pride-Kollektion für die ganze Familie raus, inklusive Plüschtieren. Und wo wir schon bei den Produkten für Kinder sind – auch Lego mischt jetzt mit: Der Spielzeughersteller hat gerade eine bunte Figurenkollektion samt Prideflagge auf den Markt gebracht.

Ernsthaftes Engagement oder Marketing?

Ob die Pride-Produkte jetzt Ausdruck eines ernsthaften, nachhaltigen Engagements einer Firma sind oder doch überwiegend geschicktes Marketing, muss man im Einzelfall bewerten. Nicht wenige Firmen spenden einen bestimmten Betrag der Produkterlöse an Vereine, die sich für die LGBTQI*-Community einsetzen, sagt Anke van de Weyer. Und natürlich sorgen die Produkte für Sichtbarkeit der Bewegung.

Ebenfalls müsse man aber schauen, unter welchen Bedingungen die Produkte hergestellt werden und was mit den Sachen passiert, wenn der Pride-Monat vorbei ist und nächstes Jahr die neue Kollektion kommt.