Seid doch mal positiv aggressiv. Dabei gilt: Nie alleine vorgehen, sondern immer aufs Team setzen.

Ihr habt eine Idee, die euer Unternehmen voran bringt, die in jeder Hinsicht perfekt ist. Auch eure Kollegen sind begeistert, alle ziehen mit. Nur diese eine Kollegin nicht. Sie tut alles, um die Sache zu verhindern. Jetzt heißt es, entschlossen und konsequent vorgehen. "Positive Aggression" braucht ihr jetzt. Sagt jedenfalls der Aggressionsforscher Jens Weidner.

So geht positive Aggression

Die wichtigste Regel lautet: Nie alleine, sondern immer im Netzwerk vorgehen. Dieses Netzwerk habt ihr euch im Idealfall in Zeiten aufgebaut, in denen ihr es nicht braucht, vor dem Konflikt. Vorgesetzte, Kollegen, vielleicht auch jemand aus der Personalvertretung. Diese Leute sprecht ihr an und sensibilisiert sie für die aktuelle Situation. Ziel dabei ist, der fiesen Kollegin klar zu machen: "Meine Idee und ich sind nicht alleine. Mein Netzwerk unterstützt die Sache."

Positive Aggression basiert auf Durchsetzungsstärke

Die positive Aggression ist laut Weidner eine gute Sache im Job: "Durchsetzungsstärke setzt sich zusammen aus 80 Prozent feinem Menschen und 20 Prozent Mephisto." Im Alltag kommt sie in der Regel gar nicht vor, sondern nur in ausgewählten Situationen. Oder wenn man seinen Job retten muss.

Der Unterschied zu Ellenbogentypen

Ellenbogentypen im Job agieren aus reinem Egoismus. Ihr Ziel: Karriere machen, immer weiter voran kommen. Das Mittel der Wahl dieser Leute ist negative Aggression. Und das ist nach Aggressionsforscher Jens Weidner nichts anderes als "Destruktion und Schrott".

Jens Weidner
Jens Weidner, Professor für Erziehungswissenschaften & Kriminologie an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fakultät Wirtschaft und Soziales