Svenja Taubner ist Professorin für Psychologie und liebt Serien. Vor allem, wenn sie uns in eine fremde Welt mitnehmen. Zu ihren Lieblingsserien gehören Walking Dead und Game of Thrones. Die berühren sie nämlich am meisten.

"Wir suchen die Flucht aus dem Alltag", sagt Svenja Taubner. "Aber dann passiert etwas Unvorhergesehenes: Diese Serien schleudern uns zurück in die Realität." In Walking Dead kämpft zum Beispiel eine Gruppe Menschen nach der Apokalypse gegen Zombies. Im Zentrum für Svenja steht damit die Frage, wie wir als Menschen miteinander umgehen wollen und können. Altruismus als Leitmotiv!

"Qualitätsserien bringen uns an den Punkt, an dem nicht alles gut ist."
Psychologin Svenja Taubner

Dabei ist das Setting in Walking Dead denkbar düster. Es darf, es muss auch wehtun – nur dann kann man auch als Zuschauer mitwachsen. Damit haben auch schon die frühen Qualitätsserien gearbeitet, wie die Sopranos oder The Wire. Die Charaktere sind häufig unsympathisch, ekelig und etwas mehr als nur ein bisschen assi. Damit die Welten trotzdem erträglich sind, arbeiten die Serien immer wieder mit viel Humor – wie in der legendären Fuck-Szene von The Wire.

Serien greifen wichtige Fragen auf

"Serien bilden uns also auch", sagt die Psychologin. Sie greifen wichtige Fragen auf. In Game of Thrones geht es auch um die Frage, wer mit welcher Legitimation herrschen darf. Und was ein guter Herrscher überhaupt ist. In Zeiten von Trump, Groko und Erdogan nicht ganz unwichtig. „Dabei geben uns Serien keine Antworten“, sagt Svenja Taubner.

Die können wir dann mit unseren Freunden suchen. Dafür müssen natürlich alle auf demselben Stand sein. Ein bisschen Gruppendruck, montags auch wirklich die neue Star-Trek-Folge zu schauen. 

"Game of thrones wird kein gutes Ende nehmen!"
Psychologin Svenja Taubner

In Eine Stunde Talk erzählt Svenja Taubner, warum uns Serien so berühren, welche Serien sie liebt und warum Game of Thrones kein gutes Ende nehmen wird.