Forschern ist es gelungen, Querschnittsgelähmten ein bisschen Gefühl und Mobilität zurückzugeben. Über hartes Training mit Gehirn und Computer.

Es geht nicht darum, Gelähmten wieder das selbstständige Gehen beizubringen. Aber die Testpersonen haben mit der neuen Methode ein bisschen Gefühl zurückbekommen. Wenn ihnen jemand über das Bein streichelt, merken sie das. Außerdem können sie wieder mehrere Körperpartien kontrollieren, wie die Blase oder bestimmte Beinmuskeln. Ein Patient konnte sogar mithilfe eines Exoskeletts, wie ihr es oben im Bild seht, wieder gehen. Vorangegangen war aber ein Jahr hartes Training.

Training in der virtuellen Welt

Um physisch Fortschritte zu machen, mussten die Patienten in der virtuellen Welt trainieren. Dazu schlossen die Forscher ihre Gehirne an Elektroden an einem Computer an, die Testpersonen mussten dann allein mit ihren Gedanken einen Avatar steuern. Wenn dessen Füße den Boden berührten, gab es ein Signal an das Gehirn des Patienten. Das ist wichtig: Je länger jemand querschnittsgelähmt ist, desto mehr Nervenverbindungen zwischen Beinen und Gehirn verschwinden. Das virtuelle Training über die Gedanken war also die Vorbereitung auf das reale Training mithilfe des Körpers.

"Bis die Patienten ihre Muskeln selbst steuern konnten, hat es mehrere Monate gedauert. In der Zeit haben die Forscher sich immer wieder die Gehirne angeschaut."
Anne Tepper über die Methoden der Forscher

Die Studie zeigt, dass selbst bei Menschen mit einer kompletten Lähmung, sofern noch genug Nervenfasern vorhanden sind, Signale zwischen Muskeln und Gehirn hin und her geschickt werden können. Voraussetzung ist, dass sie viel trainieren.