Sicher und trocken auf dem Fahrrad durch Berlin. Unter der Hochbahn. Die Idee bekommt nicht nur im Social Web ganz viele Likes und Shares, sondern seit gestern auch einen Preis; den Bundespreis ecodesign.

Zwei von drei Berlinern haben ein Fahrrad. Wer Berlin kennt, weiß aber, Fahrradfahren in Berlin ist zum Teil gefährlich. Das Projekt Radbahn hat eine neun Kilometer lange Strecke quer durch Berlin ausgemacht, auf der sich Fahrradwege bauen ließen. Überdachte Fahrradwege. Ein achtköpfiges Team des Projekts "Radbahn" arbeitet seit einem Jahr an dem Entwurf für einen Fahrradweg unter der U1. Genauer gesagt unter der Hochbahn, denn die U-Bahnen in Berlin fahren ja zum Teil über der Erde.

Die Gruppenmitglieder kommen aus Italien, den USA, Mexiko, Finnland und Deutschland und arbeiten als Stadtplaner, Architekten, Start-Up-Unternehmer, Projektentwickler, Kulturmanagern und PR-Berater. Berlin verbindet sie und für sie ist es selbstverständlich, die Stadt mitgestalten zu wollen. Am 23.11.2015 sind sie mit dem Bundespreis ecodesign vom Bundesumweltministerium ausgezeichnet worden.

"Dieses Projekt ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie im urbanen Raum neues Potential erkannt und in ein öko-freundliches Gesamtkonzept eingebunden wird."
Jurystatement zur Preisvergabe in der Kagtegorie Konzept beim Bundespreis ecodesign

Seit einem Jahr arbeitet das Team ehrenamtlich an der Idee. Die Fahrradstrecke würde vom Bahnhof Zoo bis zur Warschauer Brücke führen und somit Charlottenburg, Schöneberg, Kreuzberg und Friedrichshain miteinander verbinden. 80 Prozent der Radbahn-Strecke seien unkompliziert nutzbar, die restlichen 20 Prozent seien eine lösbare Herausforderung, meint die Architektin Guilia Maniscalco.

"Den Landwehrkanal muss man irgendwie überqueren. Aber es gibt planerische Lösungen. Wir warten nur darauf, dass jemand sagt: Macht das!"
Guilia Maniscalco, Architektin beim Team "Radbahn"

Teile der Strecke könnten beispielsweise über eine hängende Fahrbahn verlaufen. Vorbild für die Radbahn ist unter anderem die New Yorker High Line - eine Parkanlage auf einer ehemaligen Güterzugtrasse. Ein Vorzeigeprojekt moderner Stadtgestaltung.

"Wir finden, dass auch Berlin so was bekommen sollte. Die Radbahn könnte genau wie die High Line funktionieren ein großer Gewinn für die Stadt werden."
Stefano Tiracchia, Architekt des Radbahn-Teams

Das Radbahn-Team hat das Konzept beim Senat für Stadtentwicklung vorgelegt. Die sind zwar bisher skeptisch, aber Grund zum Verzweifeln ist das für das Radbahn-Team noch lange nicht.