Deutschrapper Megaloh hält es für wichtig, in seiner Musik gesellschaftskritisch zu sein. Er wünscht sich, dass sich mehr Menschen reflektiert mit Themen auseinandersetzen – zum Beispiel mit Rassismus.

Als Rap-Künstler Megaloh angefangen hat, Musik zu machen, ging es ihm erst um den Spaß. Er wollte mit anderen Menschen das Gefühl teilen, das er selbst erlebt hatte, als er Hip-Hop-Musik als Kind entdeckte, erzählt er.

Die Aufgabe, reflektiert zu sein

Mit den Jahren fühlte der Deutschrapper allerdings zunehmend eine Verantwortung, sich auch bei politischen Themen zu positionieren. Ihm wurde klar: Mit seiner immer größer werdenden Reichweite als Musiker hat er Einfluss. Seitdem ist er in seinen Texten oft auch gesellschaftskritisch.

Die Erzählperspektive sei dabei seine persönliche statt die einer Kunstfigur. Denn: Als Rap-Künstler gehe es Uchenna van Capelleveen alias Megaloh darum, authentisch aus seinem Leben zu erzählen – zum Beispiel, wenn es um Rassismus geht.

"Zu spüren, dass man selber Einfluss haben kann, das ist schon auch eine große Macht. Und mit großer Macht kommt große Verantwortung."
Megaloh, Rapper

Seine Meinung macht er in seiner Musik deutlich, aber auch in öffentlichen Debatten. Sich reflektiert zu einem Thema zu positionieren, hält er für wichtig, erklärt er – auch wenn es ermüdend sein kann, die immer gleichen Diskussionen zu führen.

Bewusstsein schaffen

Wird er beispielsweise gefragt, ob und welche Erfahrungen er mit Rassismus gemacht hat, verfehlt das für ihn das Thema, über das wir tatsächlich reden sollten. "Es geht an diesem Punkt nicht mehr darum, Rassismus zu beweisen", sagt der Rapper.

Vielmehr gehe es darum, strukturellen Rassismus in unserer Sprache, unserer Kultur, unserem politischen System sichtbar zu machen und sich damit auseinanderzusetzen - immer mit dem Ziel, das Bewusstsein der Menschen für Rassismus zu schärfen, damit sich unsere Gesellschaft weiterentwickeln kann, erklärt Megaloh, und so die Reproduktion von Stereotypen und Rassismen abzulegen.

Oft erlebt er stattdessen, dass sich weiße Menschen in dieser Auseinandersetzung angegriffen fühlen oder sie den Eindruck haben, in ihrer Sprache eingeschränkt zu werden.

"Ich würde mir wirklich wünschen, dass wir da ein Stück weiterkommen und einfach ein Bewusstsein dafür einsetzt, dass es nicht um einen Maulkorb geht, sondern wirklich um Menschen, die immer wieder getroffen werden von bestimmten Bildern, bestimmten Sprachmustern", so Megaloh.

Eigene Verantwortung wahrnehmen

Er vergleicht das mit Sexismus im Hip-Hop. Als Rap-Künstler und Mann sieht er es als seine Aufgabe an, keine sexistische Stereotype mit seiner Musik zu reproduzieren, sagt er.

"Auch wenn es gerade im Hip-Hop viele Jahre ganz normal war, heißt das trotzdem nicht, dass es irgendwie gut ist und ich das deshalb weitermachen darf oder sollte, sondern dass ich eher darüber nachdenken sollte: Okay, da sind Leute von getroffen. Warum sind sie getroffen? Wie kann ich das anders machen? Und, ja, es ist eigentlich gar nicht so schwer."

"In der Gesellschaft, in der Kultur ist so viel drin und es wird einfach Zeit, die Sachen zu hinterfragen."
Megaloh, Rapper