Marius ist Kabarettist. Und er ist schwarz. Konfrontation ist genau sein Ding, gerade wenn es um Rassismus geht. Zimperlich geht er dabei weder mit sich noch mit seinen Mitmenschen um, denn er weiß: Political Correctness hilft nicht immer weiter.

Marius Jung hat ein Buch geschrieben: "Singen können sie alle - Handbuch für Negerfreunde". Der provokative Titel kommt nicht von ungefähr, Marius hatte schon Auftritte, vor denen er gefragt worden ist: "Ja, tanzen sie anschließend noch?" Denn, das Vorurteil, Schwarze können alle ziemlich gut tanzen. Das ist Quatsch, für Marius aber Alltag. Solche Situationen sind harmlos, oft genug wird es aber auch sehr hässlich.

"Wenn die Leute sehr, sehr dumme Dinge sagen, dann muss ich da auch mal mit Argumenten zwischengehen. Dann fühlen sich die Leute sehr schnell in die Ecke gedrängt - Argumente haben sie selbst nämlich nicht."
Marius Jung, Kabarettist

Auch in Sprache steckt Rassismus, man denke nur an "Neger" oder "Zigeuner". "Die Beweggründe der Policial-Correctness-Bewegung, die Sprache radikal ändern zu wollen, sind die richtigen", sagt Marius, "aber das geht oft nach hinten los." Er werde als Schwarzer weiter ausgegrenzt, auch wenn sich die Bezeichnung von "Neger" zu "Maximalpigmentierter" ändert.

"Wir können Alltagsrassismus nicht damit bekämpfen, indem wir nur über die Form sprechen."
Marius Jung, Kabarettist

Alltagsrassismus entstehe durch Unbedachtheit, sagt Marius, mancher rassistischer Spruch werde ausgesprochen, bevor ordentlich über ihn nachgedacht worden sei. Einfach mal auf den anderen acht geben und ihn respektieren, egal ob er nun schwarz oder weiß oder sonstwie aussehe. Das würde schon helfen.

Rassismus auf der Straße

Vor gar nicht so langer Zeit ist Marius selbst angefeindet worden. Eine Frau fauchte ihn auf der Straße an: "Geh doch zurück!" Für ihn sind solche Situationen prima geeignet, eine Diskussion loszutreten oder spontan eine witzige Entgegnung rauszuhauen. Da war ihm dieses Mal nicht nach: Marius' kleine Tochter war dabei.