Der Record Store Day war für die Indie-Labels und den Plattenladen von nebenan gedacht. Mittlerweile mischen aber auch die großen Player Sony, Universal und Warner Music als Unterstützer mit. Eine gute Idee?

DRadio-Wissen-Reporterin und Musikjournalistin Anke van de Weyer sagt, der Record Store Day hat durch den Vinyl-Hype etwas von seiner Indie-Platten-Romantik eingebüßt. Das kritisieren zumindest einige aus der Vinyl-Szene. In diesem Jahr findet der Record Store Day zum neunten Mal statt. Und er ist fetter denn je.

Vinyl-Hype kills Indie?

Ein Hauptkritikpunkt: Große Labels drängeln sich vor, wenn es um Platz bei den Presswerken geht. Kleine Labels hätten längere Wartezeiten, so der Vorwurf, während die großen Konzerne sich auf Wiederveröffentlichungen längst erschienener Musik konzentrieren. Wir haben bei Andreas Kohl von Optimal Media nachgefragt, dem größten Plattenhersteller weltweit. Er sagt: ganz so ist das nicht. Jedes Presswerk braucht kleine und große Kunden. Das lässt sich gut kombinieren, sagt er, die Planung ist aber weniger flexibel möglich.

"Es ist keineswegs so, dass bei den Presswerken nur noch Großkunden bedient werden oder sie ein Interesse daran haben, ausschließlich Großkunden zu bedienen."
Andreas Kohl, Optimal Media

Dass bei Musik-Fans der Run auf Platten zunimmt, zeigen nicht nur die langen Schlangen vorm Plattenladen. Laut dem Bundesverband der Musikindustrie wurden letztes Jahr 50 Millionen Euro mit dem Verkauf von Platten umgesetzt, 30 Prozent mehr als 2014. Das muss aber nicht unbedingt heißen, dass Nischenposition der LP wirklich bedroht ist. Gemessen am gesamten Umsatz verkaufter Musik machen die Plattenverkäufe nur drei Prozent aus.

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Wer wissen will, ob der Record Store Day noch so Indiekuschelig ist wie einst, geht am besten selbst vorbei. Neben Neuauflagen in Neonfarben gibt es nämlich noch manchen schönen Plattenrelease. Anke van de Weyer empfiehlt beispielsweise die Demo-Version von Mac DeMarcos letztem Album. Und reihenweise Konzerte und DJ-Sets gibt es natürlich auch.

Als Botschafter des internationalen Record Store Days haben die Veranstalter übrigens die Metall-Veteranen Metallica auskoren - und die haben mittlerweile längst ihr eigenes Label.