Erst Steven Spielbergs "West Side Story", dann Guillermo del Toros "Nightmare Alley", diese Woche jetzt "Tod auf dem Nil" von Kenneth Branagh: Große Filmemacher bringen zur Zeit Remakes großer Klassiker ins Kino, die dort eines gemeinsam haben: sie floppen. Sie bringen nichts Neues, sind viel zu lang und "sterben in Schönheit". Tom Westerholt und Anna Wollner schauen sich das Phänomen in "Eine Stunde Film" genauer an.

Als "West Side Story" von Steven Spielberg in die Kinos kam, waren sich die beiden in einem Punkt einig: Dieses Remake sieht richtig gut aus, technisch absolut top, ein Netzhaut-Schmeichler. Kritik war unter anderem, dass der Film im Vergleich mit seinem Original von 1961 wenig Neues liefert, überhaupt nicht ins Hier und Jetzt transportiert wurde.

Remakes mit zu wenig Neuem

Ganz ähnlich war die Kritik bei "Nightmare Alley", dem Drama über einen Mentalisten-Schwindler. Der Originalfilm war von 1947 und auch hier brachte das Remake zu wenig Neues oder Aktualisiertes, um Massen in die eh schon schlecht besuchten Kinos zu locken.

Neuer Trend: extrem lange Filme

Nun kommt diese Woche "Tod auf dem Nil" hinzu, bereits der zweite Agatha-Christie-Klassiker, den Kenneth Branagh wiederbelebt. 2017 hatte er das bereits mit "Mord im Orient Express" gemacht. Regisseur Branagh spielt selbst auch wieder Hauptfigur Hercule Poirot, dieses Mal geht es um einen Mord auf einer vornehmen Hochzeitsgesellschaft.

Noch ein Remake, das am Ende wieder nicht den Sprung ins Jahr 2022 geschafft hat. Und obendrein ist der Film auch auch noch zwei Stunden und 24 Minuten lang – einer von vielen Filmen der letzten Zeit, die die Länge von zwei Stunden deutlich überschreiten. Über dieses Phänomen sprechen Tom Westerholt und Anna Wollner mit Filmhistoriker Olaf Brill.

Emmerich und Berlinale

Außerdem geht es um einen Filmemacher, nach dem mittlerweile ein ganzes Genre benannt wird: Explosions- und Zerstörungs-Guru Roland Emmerich ("Independence Day", "White House Down", "2012"). In seinem neuesten Film "Moonfall" droht der Mond auf die Erde zu stürzen, nachdem er seine Umlaufbahn verlassen hat. Ein klassischer "Emmerich-Movie".

Und dann wagt "Eine Stunde Film" einen vorsichtigen Ausblick auf die Berlinale 2022, die ab Donnerstag (10.2.22) als Präsenz-Festival über die Bühne gehen soll.