Das Spiel "Resident Evil: Village" ist ein Fest für Horror-Fans. Genau diese Fans haben mit ihren Ideen, Fanart und Cosplays das Game aber erst so richtig groß gemacht.

"Resident Evil" von Capcom ist eine der altehrwürdigen Horrorserien für Computer und Spielkonsolen. Schon 1996 gruselten sich Spielerinnen und Spieler im ersten Teil durch ein Horrorhaus, jetzt, im achten Teil, geht es gleich durch ein ganzes Dorf voller bizarrer und in der Regel mordsgefährlicher Gestalten.

Eine Szene aus dem Spiel "Resident Evil 8".
© Resident Evil 8 | Capcom
Wirkt friedlich, ist aber voller übler Kreaturen: Die Spielwelt von "Resident Evil: Village".

Der Held des Spiels, Ethan Winters, sucht dort seine kleine Tochter Rose. "Die Einwohner des rumänischen Dorfes beten ein Überwesen namens Mutter Miranda an", erzählt Deutschlandfunk-Nova-Gameexpertin Jana Reinhardt. "Und auch sonst wird es ziemlich schnell sehr krass."

Es geht durch Häuser, Keller, Korridore, ein barockes Schloss - vollgestopft mit Werwölfen, Zombies, undefinierbaren Kreaturen, Vampiren.

Lady Dimitrescu ist der Star von "Resident Evil: Village"

Und allen voran: Lady Dimitrescu. Sie ist eine Dame, fast so elegant, wie sie bösartig ist, eine Frau von 2,90 Metern Körpergröße. In "Resident Evil: Village" ist die Lady eine der gefürchteten Widersacherinnen der Spielerinnen und Spieler.

Lady Dimitrescu ist ein absoluter Fanliebling, sie ist sexy und furchterregend, sagt Jana Reinhardt: "Sex sells - und zwar so erfolgreich, dass selbst die Designer des Spiels überrascht waren, wie gerne sich die Fans von ihr durchs Spiel verfolgen lassen wollen."

"Lady Dimitrescus Größe ist natürlich der Wahnsinn, aber auch ihr eleganter Look, wie sie sich im Spiel durch zu kleine Türen schiebt und dabei mit dir redet."
Jana Reinhardt, Deutschlandfunk Nova

Die gruselige Lady inspiriert: "Es gibt Fanarts, Comics und Memes, die mit der Winzigkeit der Spielfigur und dem Bedürfnis von der Lady zerquetscht werden", sagt Jana Reinhardt. Auch erotische und pronografrische Darstellungen gibt es im Netz.

Cosplays gehören inzwischen zur Werbung

Besonders beliebt ist Lady Dimitrescu aber bei Cosplayern, die sich als ihre Lieblingsfiguren aus Filmen, Serien oder auch Games verkleiden. "Das ist inzwischen auch Teil der Werbung", sagt Jana Reinhardt. "Bevor große Titel erscheinen, geben viele Studios sogar Cosplay-Guides heraus."

Nina Post findet das großartig. Als Shigeako macht sie schon seit 14 Jahren Cosplay. "Das ist ein wahnsinniger Service, den wir da gestellt bekommen von großen Entwicklerstudios." Die Anleitungen machen es den Cosplayern möglich, ganz nah am Original zu sein.

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Game-Cosplays sind angesagt. Nina Post arbeitet meist auf Messen oder Events und sie sagt, dass sie durch die hohe Nachfrage inzwischen mehr Computerspielfiguren cosplayed, als früher - im Gegensatz zu Animé, Manga oder ihrer Zeit als Benedict-Cumberbatch-Double.

Für das Spiel "Life is Strage" hatte sie gleich ein ganzes Team aus Cosplayern und Fotografen. "Da hatten wir ein zweitägiges langes Photoshooting in Berlin, das ging zwei Tage jeweils 16 Stunden", erzählt Nina Post. "Da haben wir über ein Jahr lang täglich Bilder gepostet."

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Der erste Teil von "Life is Strange" ist immerhin sechs Jahre alt. Fans lieben die Figuren noch heute. Und auch die "Resident Evil"-Reihe eignet sich besonders für Cosplays, weil es ein festes Ensemble mit wiederkehrenden Figuren gibt. Zumindest auf Seiten der Heldinnen und Helden gibt es diese alten Bekannten.

Lady Dimitrescu hingegen ist neu - sie ist jetzt der Star des aktuellen Games und Liebling der Fans. Aber: "Was Fans aus Lady Dimitrescu gemacht haben, ist so viel größer als sie dann im Spiel mit ihren 2,90 Meter tatsächlich ist", sagt Jana Reinhardt. "Im Spiel bleibt sie selbst ein ziemlich flacher Charakter und ist leider auch schnell wieder von der Bildfläche verschwunden."

Die Masse an Fanmaterial, die Cosplays, Fotos, Bilder, Memes würden das aber mehr als wett machen. Die Lady bleibt vorerst, dank der Spielerinnen und Spieler.