Söldner aus Kampagnien besetzen 289 v. Chr. die kleine sizilianische Stadt Messina. Daran entfacht sich eine jahrhundertealte Rivalität zwischen Karthago und Syrakus, die zum Ersten Punischen Krieg führt.

Auslöser des Streits zwischen Rom und Karthago im dritten Jahrhundert vor Christus ist die politische Situation in der kleinen sizilianischen Stadt Messina.

289 v. Chr. wird Messina von Söldnern aus Kampanien – den Mamertinern – erobert. Sie agieren brutal, töten alle Männer der Stadt und teilen Frauen und Kinder als "Beute" unter sich auf.

Karthager vertreiben die Truppen des Herrschers von Syrakus

20 Jahre später beschließt der Herrscher von Syrakus nach Messina zu ziehen, um die Mamertiner wieder zu vertreiben. 265 v. Chr. beginnt die Belagerung der Stadt, wodurch die Mamertiner sich gezwungen sehen, eine Streitmacht Karthagos um Hilfe zu bitten.

Die Karthager vertreiben die Truppen des Herrschers von Syrakus, ziehen selbst in Messina ein und verlassen die Stadt nicht mehr. Damit haben die Punier, deren Hauptstadt Karthago – das heutige Tunis – an der nordafrikanischen Mittelmeerküste liegt, einen Stützpunkt auf Sizilien und kommen den Römern dadurch gefährlich nahe.

"Weil die Karthager seit Jahrhunderten in einer Rivalität zu Syrakus gestanden haben, waren sie daran interessiert, Syrakus nicht zu übermächtig werden zu lassen und haben die Mamertiner mit der Installation einer Schutztruppe unterstützt."
Klaus Zimmermann, Althistoriker

Als die vertriebenen Mamertiner nun die Römer um Hilfe gegen die Punier in Messina bitten, setzt sich im Senat in Rom die Erkenntnis durch, dass ein Krieg gegen die Punier unvermeidlich sei.

264 v. Chr. ist es so weit: Eine römische Streitmacht erreicht Messina, vertreibt die Punier aus der Stadt und besetzt sie. Damit stehen sich in unmittelbarer Nähe der italienischen Halbinsel auf Sizilien Römer und Punier schwer bewaffnet gegenüber.

Karthago muss endgültige Niederlage anerkennen

Es folgen 146 v. Chr. zwei weitere Kriege zwischen Rom und Karthago, in deren Verlauf Hannibal vor den Toren Roms erscheint ('Hannibal ante portas!'), die Stadt aber nicht einnimmt und Karthago schließlich eine endgültige Niederlage anerkennen muss.

Rom hingegen steigt in dieser Zeit nicht nur zu einer Seemacht auf, sondern festigt auch den Machtanspruch rund um das Mittelmeer und macht sich auf den Weg zum Imperium Romanum, dem etwa im Jahr 110 mehr als ein Viertel der damals lebenden Menschheit angehören sollte.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Althistoriker Klaus Zimmermann erläutert den Krieg aus der Sicht der Punier.
  • Der Experte für die römische Geschichte Bruno Bleckmann richtet den Fokus auf die Sichtweise der Römer in dieser Auseinandersetzung.
  • Der Historiker Michael Sommer berichtet über die Spuren des alten Karthagos im heutigen Tunis.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld schildert den Beginn der Auseinandersetzung zwischen Rom und Karthago.