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Vieles in unserem Alltag ist Routine. Für unseren Kopf ist das wie eine Entscheidungshilfe: Wir wissen, was zu tun ist. Einmal Grübeln weniger. Wenn es um Routinen geht, geht es auch um Veränderung. Das kann manchen ganz schön schwerfallen.

Der eine bestimmte Platz im Büro, an dem wir gerne sitzen, das Frühstück am Morgen, mit dem wir besser wach werden oder das Einschlafritual am Abend – Routinen begleiten uns durch den Tag.

Wir mögen sie. Fallen sie weg, weil zum Beispiel unser Platz plötzlich besetzt ist, kann das für schlechte Laune sorgen.

"Ich gehe eigentlich davon aus, dass alle Menschen Routinen brauchen."
Sandra Ohly, Wirtschaftspsychologin, Universität Kassel

Warum ist das so? Routinen geben uns eine gewisse Sicherheit. Wenn wir das machen können, woran wir gewöhnt sind, bedeutet das für uns: Eine Entscheidung weniger treffen. Routinen entlasten uns mental. Sie helfen uns dabei, uns in einem komplexen Umfeld zurechtzufinden, sagt Wirtschaftspsychologin Sandra Ohly von der Uni Kassel. Sie forscht unter anderem zur Arbeitswelt.

Dabei gibt es Menschen, die Routinen mehr mögen als andere. Wenn wir von unserem Gewohnten abweichen müssen, kann das für manche schwer sein. "Menschen, die in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit Veränderungen gemacht haben, die das Erlebnis hatten, dass eine Veränderung nicht nur negative Konsequenzen mit sich bringt, die können auch mit zukünftigen Veränderungen gut umgehen", erklärt die Wirtschaftspsychologin.

Wir können dann lernen: Mit Veränderung kann eine gewisse Freiheit kommen. Etwas, was erst mal negativ erscheint, kann auch positiv für uns sein.

Routinen entwickeln

Neben dem Aspekt der Sicherheit gibt es auch einen ganz praktischen Nutzen. Routinen helfen uns dabei, ein Ziel zu erreichen, sagt Kognitionspsychologe Jan Rummel von der Uni Heidelberg. Wenn wir zum Beispiel eine Sportroutine aufbauen und regelmäßig Krafttraining machen, stärken wir langfristig unseren Körper.

"Routinen können beruhigen."
Jan Rummel, Kognitionspsychologe, Universität Heidelberg

Ist das nicht mehr möglich, können wir lernen, mit der schlechten Laune oder anderen negativen Gefühlen umzugehen. Hierbei kommt es darauf an, bei dem zu bleiben, wie es uns damit geht und die Situation nicht zu bewerten.

Wenn eine Routine dann für immer nicht mehr möglich ist, kann es helfen, sich eine neue aufzubauen. "In Umfragen während der Covid-19-Pandemie hat sich gezeigt, dass sich die Personen weniger emotional unwohl gefühlt haben, die es geschafft haben, neue Routinen während der Pandemie aufzubauen: Die dann bestimmte Telefontermine oder Spaziergänge regelmäßig durchgeführt haben, die sich selber eine Tagesstruktur geschaffen haben, dass die weniger unter dieser emotionalen Vereinsamung während der Covid-19-Pandemie gelitten haben als Personen, denen das nicht gelungen ist", erklärt Jan Rummel.

In der Podcast-Folge geht der Kognitionspsychologe noch darauf ein, wie wir zwischen einer Routine und einem Zwang unterscheiden können. Und ihr aus der Community von Facts & Feelings erzählt von euren Routinen. Klickt dafür oben auf den Play-Button.

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