Burger mit Pommes haben sie nicht auf der Karte - dafür Soljanka, Hering und Kalter Hund. Ihre deftige DDR-Küche kommt in San Francisco gut an. Christiane und Isabell leiten dort das "Walzwerk".

Erich Honecker blickt auf die Teller. Marx, Engels und Lenin schauen ebenfalls beim Essen zu. Wen das nicht stört, der kann im Walzwerk einen netten Abend verbringen und in Ostalgie schwelgen. Von der Karte bis zur Deko hat man sich ostdeutsch inspirieren lassen. Natürlich gibt es im "Walzwerk" Thüringer Bratwurst und Schwarzbier.

"Auf der Karte haben wir Gerichte, wie sie meine Mama und Oma auch gekocht haben - Rinderroulade und Klöße und Kartoffelpuffer. Viele Sachen kommen von der Kindheit. Und wir haben DDR-Rezeptbücher durchgewühlt!“

Christiane und Isabell kommen beide aus Thüringen. Als die Mauer fiel, waren sie Anfang 20 und wollten ganz weit weg. Und dort, auf der anderen Seite des Atlantiks, hatten die beiden einen verrückten Traum: Ein ostdeutsches Restaurant, mitten in San Francisco eröffnen!

"Alle deutschen Restaurants hier in Amerika waren bayerisch. Und dann hab ich gesagt: Wir machen einen Laden, so wie in Ost-Berlin."
Christiane Schmidt, Walzwerk

Ganz so streng ist das mit der DDR-Küche in der Praxis aber nicht. Das ostdeutsche Restaurant läuft nun seit 16 Jahren, und mittlerweile haben sich auch Jägerschnitzel und Käsespätzle auf die Karte geschummelt. Neben Schwarzbier wird auch Kölsch oder Weizen serviert. Das schmeckt den Gästen eben.