Was hat keinen Beutel, kostet 50.000 Euro und saugt jede Menge Sand? Der Strandsauger "Hoola One", er soll Strände säubern. In Hawaii wird das Gerät getestet.

Egal ob durch Zigarettenkippen, Plastikflaschen oder Plastiktüten: Viele Strände dieser Welt sind verdreckt. Auf Hawaii wird daher ein Strandstaubsauger getestet. Unser Reporter Christian Schmitt hat sich das Projekt "Hoola One" angesehen. Die Maschine des kanadischen Saug-Start-ups ist mit Crowdfunding finanziert worden.

Erfinder Jean Felix Tremblay fand, dass ein Strandsauger das Müllproblem an vielen Stränden der Welt lösen könnte und machte sich an die Arbeit: Der Sauger ist ungefähr so groß wie ein Kleinwagen und hat ordentlich Saugkraft. Er saugt tatsächlich fast alles auf – auch den Sand.

Müll abschöpfen, Sand rausholen

Der Sand wird nicht in einen Beutel, sondern in einen Wassertank gesaugt. In diesem Wassertank sinkt der schwerere Sand ab und der leichte Müll schwimmt oben. Diesen muss man nur noch abschöpfen und dann den Sand unten wieder rauslassen. Im Ergebnis ist der eingesaugte Sand also wieder sauber. Aber mit schwerem Strandmüll, also Glasscherben zum Beispiel, funktioniert das Gerät nicht.

"Im Sauger, im überdimensionalen Staubsaugerbeutel sozusagen, ist Wasser. In dem Tank sink der Sand nach unten und der Plastikmüll schwimmt oben."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die Ingenieure planen auch eine kleinere Version des "Hoola One" und wollen die Massenproduktion starten. Bisher kostet ein Gerät etwa 50.000 Euro. Im Vergleich zu anderen Maschinen dieser Art, also Baumaschinen zum Beispiel, ist das schon fast ein Schnäppchen, sagt Christian.

Reiningungsanlage Ocean Cleanup versagte beim Test im Meer

Auch für das Meer gibt es Großreinigungsideen: Die bekannteste ist wohl die Röhrenkonstruktion Ocean Cleanup. Sie funktioniert wie ein überdimensionaler Rechen plus Sauger, der allein durch die Meeresströmung selbstständig durch das Meer treibt. Die Anlage besteht aus einer 600 Meter langen Röhre in U-Form. Daran ist ein drei Meter langer Vorhang befestigt – dieser soll den Müll festhalten. Das Problem: Während Ocean Cleanup Müll aufsammelt, zerstört der Rechen das Ökosystem, vermuten Meeresbiologen.

Außerdem ist beim ersten groß angelegten Test vor Hawaii ein wichtiges Stück abgebrochen: Die Anlage war zudem zu langsam und so das riesige U hat nur einen Bruchteil der Menge eingesammelt, die die Erfinder vorhergesagt haben.