Gurken wirken so klein und unbedeutsam – aber die Deutschen lieben sie. Warum eigentlich? Und wo ist der Unterschied zwischen Essig-Gurken, sauren Gurken und Cornichons? Wir bringen Ordnung in dieses Gegurke und klären Gurken-Mythen auf.

"Ahhh, schlesische Gurkenhappen: würzig-süß. Mindestens haltbar bis 01.10.2020. Ich dachte, die wären 100 Jahre haltbar."
Benni Bauerdick, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Der Sud soll die Gurken haltbar machen. Deshalb überdauern sie auch bei vielen von uns wirklich lange im Kühlschrank.

Wenn es knackt und kracht…

Wenn das Glas dann aufploppt, folgt der Genuss: schön kalt, schön frisch, es knackt, es kracht und hat eine leicht Säure. All das mag der menschliche Geschmack in der Regel sehr gerne, sagt der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop.

"Es ist im Prinzip wie ein kleiner Minisalat aus dem Glas."
Uwe Knop, Ernährungswissenschaftler

Der "Minisalat aus dem Glas" bietet sich auch für diejenigen an, die gerade auf Diät sind, sagt die Ernährungsberaterin und Ökotrophologin Anja Roth: Viel Wasser, wenig Fett und wenig Kohlehydrate machten sie zu einem wirklich attraktiven Lebensmittel. Ob man die pickelige, grüne Haut und die Zitzen am Ende tatsächlich als sonderlich "attraktiv" bezeichnen möchte, möchte unser Reporter allerdings mal dahingestellt lassen.

Essiggurke, Gewürzgurke, Salzgurke, saure Gurke, Senfgurke, Cornichon...

Anja Roth liebt Gewürzgurken, vor allem ihren säuerlichen Geschmack. Und Uwe Knop kann sich nur schwer einen guten Burger ohne Gurkenscheiben vorstellen. Fleisch und Gurken – bei diesem Thema scheiden sich natürlich die Geister. Genauso wie bei den unterschiedlichen Namen.

Essig- und Gewürzgurken sind identisch. Sie werden mit Essig und Gewürzen eingelegt und dann erhitzt und dadurch haltbar gemacht. Cornichons sind im Prinzip die Minivariante davon. Außerdem gibt es noch die in Salz eingelegte Salzgurke, die Senfgurke und zu guter Letzt natürlich die milchsauer vergorene, fermentierte saure Gurke. Letztere sind übrigens gut für unsere Darmflora.

Lecker Pickle Juice

Bei extra-süßen Gewürz- oder Honiggurken lohnt sich immer der Blick auf die Nährwerttabelle, sagt Benni Bauerdick. Das gelte ebenso für Gurkensaft, den es zum Beispiel oft in den USA zu kaufen gibt. Pickle Juice ist quasi nur das Wasser, in dem die Gurken eingelegt waren.

"Gurkensaft soll einen hohen Magnesiumgehalt haben und gegen Muskelkrämpfe helfen."
Anja Roth, Ernährungsberaterin und Ökotrophologin

Valide Studien, die das belegen, gibt es aber noch nicht – also bitte keine gesundheitlichen Wunderwirkungen erwarten, sagt Ernährungswissenschaftler Uwe Knop.

Übrigens gibt es auch keine Studien, die beweisen, dass angeblich sehr viele Frauen während einer Schwangerschaft einen Heißhunger auf Essiggurken entwickeln – und sie dabei mit Vorliebe in Nuss-Nougat-Creme tunken. Vielleicht ist das also nur ein Gurken-Mythos…