Auch Schimpansen ruhen gern gemütlich. Jeden Abend errichten sie sich eine neue Schlafstätte - und bevorzugen dafür eine besondere Baumart. Denn die Affen haben gewisse Vorlieben, haben Forscher entdeckt: Stabil und fest soll das Gehölz sein und nicht zu viel Blattwerk haben.

"Für ihre 'Schlafplattformen' bevorzugen die Schimpansen stabiles Holz und sehr feste Zweige - trotzdem müssen sie sich noch leicht verbiegen lassen. All das bietet der Muhimbi-Baum."
Dr. Mario Ludwig, DRadio-Wissen-Tierexperte

Der Muhimbi (Cynometra alexandri), auch Angu genannt, ist ein in Ost- und Zentralafrika verbreiteter Baum aus der Familie der Leguminosen. Er kann bis zu 45 Meter hoch werden. Sein rotbraunes Holz ist sehr hart und beständig gegen Termiten, es wird gern für strapazierfähige Bodendielen und Eisenbahnschwellen verwendet.

Wählerisch bei der Bettauswahl

Unter allen zur Verfügung stehenden Baumarten wählen die Schimpansen damit den mit dem stabilsten, festesten Holz aus, berichten die US-Biologen David Samson von der Universität Nevada in Las Vegas und Kevin Hunt von der Universität von Indiana in Bloomington im Fachjournal "Plos One".

Nestreparatur? Nein, danke!

Der Muhimbi macht weniger als 10 Prozent der Bäume in den von den Schimpansen bewohnten Galeriewäldern entlang der Flüsse aus. Die Affen bauen sich jeden Abend ein neues Schlafnest, nur selten werden alte "Betten" repariert und erneut genutzt. Bei genug Platz kann es auf einem Baum auch mehrere Nester geben.