Der Wecker klingelt mal wieder viel zu früh. Das Gefühl haben vermutlich die meisten. Zum Glück gibt es ja die Snooze-Taste, mit der wir uns noch eine Mütze Schlaf gönnen können. Doch dieses Vor-Sich-Hin-Schlummern ist gar nicht gut für unsere Fitness.

Nicht immer stehen wir sofort auf, wenn wir von unserem Wecker aus dem Schlaf gerissen werden. Denn es gibt ja noch die Snooze-Taste, mit der wir noch ein bisschen vor uns hin schlummern können. Aber hilft die Snooze-Taste dabei, ausgeschlafener und damit fitter zu sein?

Wer eh gut ausgeschlafen ist, für den ist die Schlafverlängerung kein Problem. Dann kann das Snoozen sogar einen positiven Effekt haben. Sind wir dagegen nicht ausgeschlafen, dann kann das Snoozen negative Effekte haben, erklärt Schlafforscher Hans-Günter Weeß. Er leitet das Pfalzklinikum in Klingenmünster, Rheinland-Pfalz.

"Das heißt, wenn ich Snooze, obwohl ich noch nicht ausgeschlafen bin, dann zerstückle ich meinen Schlaf. Dass das nicht so richtig erholsam ist, leuchtet vermutlich ein."
Hans-Günter Weeß, Schlafforscher und Leiter des Pfalzklinikums in Klingenmünster

Warum wir uns dann statt gut ausgeschlafen, eher gerädert fühlen, hängt mit dem Stresshormon Kortisol zusammen, das beim Aufwachen produziert wird, erklärt Schlafforscher Gordon Feld. Das Hormon und Hungergefühl sorgen dafür, dass wir wachwerden. Sobald beides ausreichend vorhanden sei, würden wir von alleine wach werden. Durch die Snooze-Taste, so Gordon Feld, würden wir aber immer wieder in die Schlafphase zurückfallen. Das verwirre den Körper und das Kortisol werde dann nicht richtig ausgeschüttet.

Der Körper ist verwirrt

Das Aufwachen und wieder Einschlummern bringe den zirkadianen Rhythmus durcheinander, erklärt der US-amerikanische Schlafstörungsforschung Robert Rosenberg. Das habe zur Folge, dass das Gehirn nicht mehr wisse, ob es wach oder müde sein soll. Das wiederum könne dazu führen, dass wir uns abgespannt und müde fühlen. Dafür verantwortlich sei nicht die Snooze-Taste, sondern dass wir nicht richtig ausgeschlafen seien, so Robert Rosenberg.

Der Schlafstörungsforscher nennt das Social Jetlag. Das Problem sei, dass wir vor dem Schlafengehen noch zu lange auf unsere Handys gucken.

Richtiger Aufwachzeitpunkt ausschlaggebend

Um schön fit nach dem Aufwachen zu sein, gehört aber nicht nur dazu, richtig ausgeschlafen zu sein, sondern auch in welcher Schlafphase wir aufwachen, erklärt Hans-Günter Weeß. Demnach können wir uns sogar fitter nach dem Aufwachen fühlen, wenn wir eine halbe oder dreiviertel Stunde früher aufstehen, als wir das müssten.

Wann der beste Zeitpunkt ist, um aufzustehen, müsste jeder für sich selbst herausfinden. Gut testen könnten wir das zum Beispiel im Urlaub. "Einfach mal probieren, nach wie viel Stunden man sich wie fühlt beim Aufstehen. Wenn man ein bisschen mehr über seine Schlafphasen weiß und es schafft, sich danach zu richten, dann braucht man keine Snooze-Taste mehr – und im besten Fall nicht mal mehr einen Wecker."