Seit rund einem Jahr sind in Deutschland Schwangerschaftsabbrüche auch zuhause möglich. Anna erzählt von ihren Erfahrungen und eine Ärztin berichtet, warum dieses neue digitale Projekt eine Lücke füllt.

Im Rahmen eines telemedizinischen Pilotprojekts können Frauen den medikamentösen Abbruch unter Videoanleitung einer Ärztin oder eines Arztes einleiten. Anna (Name geändert) hat genau das gemacht. Sie war ungewollt schwanger, lebt in einer Kleinstadt und hat dort keine passende Gynäkologin gefunden. Sie berichtet von ihrem Abbruch zuhause in Eine Stunde Liebe.

"Es hat mich sehr beruhigt, dass ich das daheim in geschützter Atmosphäre machen konnte."
Anna

Anna schildert die einzelnen Schritte. Für sie war es der richtige Weg, sie hat sich online professionell und liebevoll betreut gefühlt. Sie erzählt, welche Odyssee sie durchlebt und wie abgestempelt sie sich zum Teil von Frauenärzt*innen in ihrer Region gefühlt hat.

Medikamente per Post

Für das Projekt kooperieren der Verein "Doctors for Choice Germany", das Berliner Beratungszentrum "Balance" und Pro Familia. Letztere bieten Frauen auch die verpflichtende Schwangerschaftskonfliktberatung online an.

Immer weniger Stellen, die Abbrüche anbieten

"Wir haben bisher 50 bis 60 telemedizinische Abbrüche gemacht."
Alicia Baier, Ärztin bei "Doctors for Choice"

Die Zahl der Praxen und Ärzt*innen, die Abtreibungen vornehmen, hat sich laut Statistischem Bundesamt seit Anfang der 2000er Jahre fast halbiert. Zwar ist auch die Zahl der Abbrüche gesunken, jedoch nicht in gleichem Maße.

Liebestagebuch

Jan (Name geändert) berichtet, wie es klappt, mit seinem Ex-Kerl weiter befreundet zu sein.