Das Science Magazin veröffentlichte eine Studie darüber, wie Mikroplastik den Larven von Flussbarschen schadet. Als herauskam, dass die Forscher alles erfunden hatten, zog das Magazin die Veröffentlichung zurück. 

Im vergangenen Jahr wurde eine Studie veröffentlicht, die stark beachtet wurde. Thema der Studie war der Einfluss von Mikroplastik auf Fischlarven des Flußbarsches. Die Aussage der Forscher: Die Larven fressen lieber Mikroplastik statt ihre normale Nahrung. Dadurch wachsen sie langsamer und sind anfälliger für Fressfeinde.

Zweifel an Echtheit

Kurz nach der Veröffentlichung kamen Zweifel an der Echtheit der Studie auf. Eine der Autorinnen behauptete, sie habe die Studie auf einer Forschungsstation der Insel Gotland durchgeführt. Eine andere Forscherin, die zur selben Zeit dort war, zweifelte das an. Ihr Vorwurf: Diese Forschung wurde nie gemacht. Dafür waren die Autoren viel zu kurz da und hätten es zeitlich nicht geschafft. 

"Die Forscher wurden natürlich nach ihren Rohdaten gefragt. Sie haben dann behauptet, dass ihr Laptop mit den Daten drauf gestohlen wurde."
Matthis Dierkes, Deutschlandfunk Nova

Nachdem erste Zweifel aufgekommen waren, wurden die Forscher nach den Rohdaten ihrer Studie befragt. Diese konnten sie nicht liefern. Sie behaupteten, dass der Laptop mit den Daten gestohlen worden wäre. Auch Detailfragen konnten sie nicht beantworten. 

Studie wird aus dem Netz genommen

Eine schwedische Ethik-Kommission ist sich inzwischen ziemlich sicher, dass die Ergebnisse der Studie nicht wissenschaftlich belegbar sind. Daraufhin wurde diese Mikroplastik-Studie aus Schweden jetzt aus dem Netz genommen. In der Begründung heißt es: Es ist noch nicht alles geklärt in diesem Fall, es überwiegen aber die Hinweise auf schwere Fehler. Deshalb soll diese Studie nicht mehr weiter verbreitet werden. 

Ungenauigkeit ist ein häufiges Problem

Vor allem in psychologischen Studien kommt es immer wieder vor, dass Versuchsaufbauten ungenau oder unlogisch sind. Das kann dazu führen, dass sich grobe Fehler einschleichen können. Es muss aber nicht zwangsläufig heißen, dass die Ergebnisse falsch sind. Und in diesen Fällen geht es auch offensichtlich nicht um bewusste Täuschung. Allerdings erfüllen diese Studien einfach nicht die grundlegenden Kriterien für wissenschaftliches Arbeiten.