Alles erreicht - und dann wisst ihr plötzlich nicht mehr weiter? Okay, das ist eher ein Luxusproblem, kommt aber vor. Jobcoach Christine Kewitz gibt Tipps, wie wir uns in so einem Fall weiter motivieren können.

Mein Haus, mein Auto, mein Boot - damit versuchen sich zwei Männer in einem viel zitierten Werbespot der Sparkasse gegenseitig zu übertrumpfen.

Auch die Oskar-gekrönte Schauspielerin Gwyneth Paltrow sagt von sich "metrics driven" zu sein, das heißt, messbare Ziele erreichen zu wollen. Und ihr höchstes Bestreben war es, mit dem Filmpreis Oscar ausgezeichnet zu werden. Als sie diesen schon 1999 erhielt, verlor sie ihre Motivation für die Schauspielerei, erzählt sie.

Das ist vermutlich ähnlich wie bei manchen Computerspielern und -spielerinnen, die monatelang mit Begeisterung ein Game zocken. Aber in der Sekunde, in der sie alle Topscores erreicht haben, verlieren sie das Interesse daran.

Bestandsaufnahme: Wer bin ich, und was will ich

Das sei der Moment, um mal innezuhalten – und mal eine Standortanalyse zu machen, sagt Jobcoach Christine Kewitz. Denn man arbeite nicht nur, um eine gewisse Position zu erreichen, einen Oscar zu gewinnen oder die Firmenleitung zu übernehmen.

Wichtig sei es, sich zu fragen, welche eigentlichen Ziele hinter den eigenen beruflichen Bemühungen stehen. Welche Werte man vertrete, und welche Mission man im Leben möglicherweise verfolge. Sich also auf seine eigene Identität zu besinnen.

Diese Fragen für uns zu beantworten, kann uns helfen herauszufinden, was uns motiviert, und was wir gerne tun möchten. Zu wissen, wie wir uns selbst definieren, bringt uns näher an unser Ziel, uns selbst zu verwirklichen.

"Da bringe ich immer Nietzsche an, der gesagt hat: Werde, wer du bist. Überleg dir, warum mache ich das, was sind deine Leidenschaften, wofür brennst du quasi?"
Christine Kewitz, Jobcoach

Wenn wir beispielsweise nicht glücklich mit unserer Jobsituation sind, sollten wir genauer hinschauen. Oft komme es vor, dass uns die Arbeit Spaß mache, es aber etwas anderes in unserem Berufsalltag gibt, das uns stört. Da reiche es oft, nur eine kleine Stellschraube zu drehen, um wieder zufriedener zu sein, sagt Jobcoach Christine Kewitz.

Sie plädiert dafür, nicht alles sofort hinzuschmeißen, sondern in kleinen Schritten vorzugehen. Evolution statt Revolution, nennt das die Jobtrainerin.

Christine Kewitz empfiehlt auch, nebenher Neues zu probieren, in andere Bereiche hineinzuschnuppern, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob uns ein neues Betätigungsfeld liegen könnte.