Neue Anbieter, neue Serien. Und die Marvel-Helden wechseln den Kanal. Außerdem gibt es Details aus dem Drogenhandel und Geschichten aus dem Showgeschäft. So flimmert es 2020.

Bei Serien eine Auswahl zu treffen ist nicht gerade leichter geworden. Die Zahl der Anbieter nimmt weiter zu. Apple TV+ ist relativ neu, dazu Netflix, Amazon und Sky - die drei größeren Anbieter in Deutschland.

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Julian Ignatowitsch sieht Bei Apple TV+ und Disney+ eher die familiengerechten, unterhaltsamen Stoffe mit einem optimistischen Grundgefühl. Netflix, Amazon und Sky/HBO verlassen sich hingegen mehr auf düstere, dunkle, nervenaufreibenden Geschichten.

US-Migrationsgeschichten

Apple TV+ hat Fernseh- und Filmgrößen wie J.J. Abrams, Damien Chazelle, Jennifer Garner, Tom Hanks, Joseph Gordon-Levitt, Julianne Moore und andere im Programm. "Little America" startet dort im Januar 2020. Das ist eine Serie mit Geschichten von amerikanischen Einwanderern von den Machern von "Master of None".

"Ich bin wahrlich kein Apple-Fanboy, aber der Plan ist da wirklich: Klasse statt Masse."
Julian Ignatowitsch, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Disney+ wird Ende März in Deutschland starten. Programmkern ist Animations- und Superheldencontent. Verkauft wird dort beispielsweise "The Mandalorian" - eine nicht-animierte Star-Wars-Serie. Der Konzern plant für 2020 "Monsters at Work", einen seriellen Spin-Off des Pixarfilms Monster AG.

Dazu bringt Disney in Zukunft auch die ganzen Marvel-Helden. In diesem Jahr "The Falcon and the Winter Soldier". Viele der Marvel-Lizenzen - die für Daredevil beispielsweise - lagen bisher bei Netflix. Mit dem eigenen Streamingdienst vermarktet Disney die Lizenzen in Zukunft selbst.

Trend zur Blockbuster-Serie

Julian beobachtet, dass die Konkurrenz auf dem Serienmarkt dazu führt, dass die Produktionen teurer, größer und spektakulärer werden: Der Trend geht zum Blockbuster. Inhaltlich sieht Julian, dass Fantasy- und Sci-Fi-Stoffe präsenter werden: "Star Trek: Picard" (CBS) und "Jurassic World: Camp Cretaceous" (Netflix) eine animierte Serienfortsetzung von Jurassic Park.

Aktuelle Empfehlungen

  • "The Morning Show" (Apple TV+)

    Geschichten aus dem Innenleben eines Fernsehsenders und der Morgensendung "The Morning Show". Einer der Moderatoren, gespielt von Steve Carell, muss wegen eines Sexskandals gehen und wird dann von einer aufstrebenden Moderatorin (Reese Witherspoon) abgelöst.

    Die Serie setze das Thema #MeToo auf kluge und differenzierte Weise um. Mit den vielen starken Frauencharakteren sei die Serie fast eine Art feministisches "Mad Men", stark geskriptet, sehr hochwertig produziert und mit scharfem Humor, findet Julian.
  • "10 After Midnight" (Netflix)

    Die Anthologie-Horror-Serie von Oscar-Preisträger Guillermo del Toro ("Shape of Water" und "Pan's Labyrinth"). Guillermo del Toro hat für die Serie jüngere Autorinnen und Autoren verpflichtet, die sich in dem fantastischen Gruselstoff austoben dürfen. Julian stellt sich das Ergebnis als gruseliges "Black Mirror" vor.

  • "Hunters" (Amazon)

    Serie des gefeierten Regisseurs Jordan Peele ("Us"/"Get Out") in Quentin-Tarantino-Manier. Eine Gruppe von Killern - angeführt von Altstar Al Pacino - geht auf Nazi-Jagd. Julian vermutet, dass in der Serie rassistische Stereotype dekonstruiert werden, wie das bei Jordan Peele üblich ist.

  • "Zero Zero Zero" (Sky)

    Serie auf Grundlage eines Buches von Star-Autor Roberto Saviano. Dabei geht es um den internationalen Drogenhandel - die Geschichte einer Ladung von Südamerika nach Europa.