Ein britisches Paar hatte Sex im Wohnzimmer. Und wurde dabei heimlich gefilmt - vermutlich vom eigenen Smart-TV. Klingt verrückt, ist aber wohl so passiert. Wie schützen wir uns davor, dass Kameras in Smart-TVs, Laptops oder Mobile Devices gehackt werden?

Es gebe zwar keinen Beleg dafür, dass es bei dem britischen Pärchen tatsächlich die Kamera im Smart-TV war, die die beiden gefilmt habe. Rein technisch sei es aber möglich, dass genau diese Kamera gehackt wurde. In dem konkreten Fall weise wohl der Aufnahmewinkel darauf hin, dass es die Kamera im Smart-TV gewesen sein könnte, sagt Ronald Eickenberg vom c't-Magazin.

Kameras von Smart-TVs seien bislang noch nicht so stark im Fokus der Angreifer gewesen. "Weil es so viele verschiedene gibt und es auch gar nicht so einfach ist sie anzugreifen. Sie sind ja nicht direkt übers Internet erreichbar. Und die Leute machen nicht allzu viel damit."

Sicherheitslücke Kamera

Anders ist das bei Notebookkameras. Spionagefunktionen in Trojanern können die Kameras anzapfen. Ronald Eickenberg: "Das ist tatsächlich schon passiert. Da wurden Leute in intimen Situationen durch die Webcam ihres Notebooks beobachtet. Und die Videos sind dann ins Netz gestellt worden."

Rein theoretisch ist genau das bei allen Kameras möglich, die eine Internetverbindung haben. Und genau damit gehen wir viel zu sorglos um, sagt Ronald Eickenberg. Das c't-Magazin hat festgestellt, dass es leicht möglich ist, manche Kameras zu hacken. "Dann konnte man in die Wohnzimmer und Schlafzimmer gucken und diese Kameras sogar fernsteuern."

"Die Leute gehen damit sehr sorglos um. Das gilt für alle Geräte, die mit dem Internet verbunden sind und wo eine Kamera drin ist: Notebook, Tablet, Smartphone, Smart-TV. Alles kann aufnehmen und aufzeichnen."
Ronald Eickenberg

Für Hacker, die Geld verdienen wollen, seien diese Geräte allerdings nicht die erste Wahl. Es sei darum wahrscheinlicher, dass ein Bekannter oder der Partner eine Spionage-App auf dem Smartphone oder einen Trojaner auf dem Rechner installiert, sagt Ronald Eickenberg.

So schützen wir uns davor

Am besten ist es, die Kamera einfach abzukleben. "Das ist der einfachste Weg, die Kamera physisch zu bedecken, dass kein Licht mehr durchkommt. Dann kann auch kein Trojaner den Zugriff freischalten." Wichtig zu wissen: Auch wenn ein Gerät ausgeschaltet ist, aber noch am Strom hängt, kann es gehackt werden.