Wenn Anfang Februar in Spanien offiziell die Jagdsaison endet, heißt das nichts Gutes für die Galgos. Die Jagdhunde werden einfach aussortiert, wenn sie zu alt sind - teilweise sehr brutal.

Der "Galgo Español" ist ein mittelgroßer, sehr schlanker, lang gezogener Windhund. Es ist eine sehr alte Hunderasse, die ursprünglich für die Hasenjagd gezüchtet wurde und auch heute noch gerne als Jagdhund oder bei Windhundrennen eingesetzt wird. Denn Galgos können bis zu 70 Stundenkilometer erreichen und sind sehr ausdauernd.

Galgos nehmen an Wettkämpfen teil

Von Anfang Oktober bis Ende Januar nehmen die Galgos an der Jagdsaison teil. Was allerdings meistens nur heißt, dass sie an Wettkämpfen teilnehmen. Bei denen müssen die Galgos einem mechanischen Hasen im Gelände hinterherlaufen. Bei diesen Wettbewerben geht es um hohe Preisgelder. Wenn ein Hund nicht mehr schnell genug ist, bringt er keine Preisgelder mehr und wird schon im Alter von vier Jahren aussortiert und durch ein junges Tier ersetzt. Dabei können die Hunde bis zu 15 Jahre alt werden.

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Tierschutzorganisationen berichten, dass die Galgos im besten Falle von den Besitzern in Auffangstationen abgegeben werden. Diese sind allerdings oft überfüllt. Andere Hunde werden einfach ausgesetzt. Viele werden auch von ihren Besitzern getötet und das oft auf brutale Art und Weise.

Tierschutzorganisationen, wie Galgorettung e.V., SOS Galgo oder die Galgo-Hilfe berichten immer wieder von Hunden, die erschossen, ertränkt, mit Drahtschlingen langsam erwürgt, bei lebendigem Leib verbrannt oder sogar mit Säure übergossen wurden. Diese Tötungen sind in Spanien seit mehreren Jahren verboten. Sie sind zwar rückläufig, kommen aber immer noch vor.

Galgos können auch bei sogenannten Perreras abgegeben werden. Das sind oft privat betriebene Tötungsstationen, in denen "Fundhunde" die gesetzlich vorgeschriebene Frist von 11 - 28 Tagen behalten werden. Findet sich in diesem Zeitraum kein neuer Besitzer oder Besitzerin, werden die Hunde eingeschläfert, sagt der Biologe Mario Ludwig.

"Nach Schätzungen von Tierschutzorganisationen werden Jahr für Jahr mit Ende der Jagdsaison rund 50.000 Galgos getötet. Und das, obwohl es in Spanien Tierschutzgesetze gibt, die die Tötung und Misshandlung von Tieren unter Strafe stellen."
Mario Ludwig, Deutschlandfunk Nova

Nach Angaben der Tischutzorganisation Veto werden jedes Jahr nach der sogenannten Jagdsaison 50.000 Galgos getötet.

Um nicht belangt werden zu können, schneiden viele Galgueros, also die Züchter, den Hunden einfach den Identifikationschip heraus.

Weg vom Wegwerfhund

Deutsche und andere Tierschutzorganisationen schicken immer wieder Petitionen an die spanische Regierung oder die EU, die Jagd mit Galgos zu verbieten. Protestaktionen auch in Deutschland weisen immer wieder auf die Situation der Galgos in Spanien hin. "Das ist aber leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein", sagt Mario Ludwig. Die Galgueros züchten immer wieder neue Galgos nach.

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Die Schwedin Klea Levin versucht mit der Tierschutzorganisation SOS Galgos ein besseres Leben für die Galgos zu etablieren: Sie haben in Spanien eine Image-Kampagne für den Galgo gestartet. Weg vom Wegwerfhund hin zum großstadttauglichen Alltagsbegleiter. Langsam zeigen sich erste Erfolge: Immer mehr gut betuchte Spanier adoptieren ausgediente Galgos.