Zu Beginn der Corona-Pandemie gingen viele junge Menschen gelassen mit dem neuartigen Virus um. Doch mittlerweile gibt es immer mehr Berichte von jungen, gesunden Menschen, die hart von dem Virus getroffen werden und auch Monate danach die Folgen spüren - so wie Annika.

Annika Söllinger, 27 Jahre alt und Sportstudentin auf Lehramt in Wuppertal, war Anfang dieses Jahres so fit wie noch nie. Sieben bis acht Mal die Woche trainierte sie, denn sie hatte vor, ihre erste Mitteldistanz im Triathlon zu schaffen.

Dann infizierte sie sich im März mit Sars-CoV-2. Und plötzlich kam die durchtrainierte, junge Frau kaum noch eine Treppe hoch. Heute, ein halbes Jahr nach ihrer Infektion, hat sie immer noch mit den Spätfolgen zu kämpfen. An einen Triathlon ist erstmal nicht zu denken.

"Am Anfang war es wirklich so, dass ich kaum noch die Treppen hochkam. Das ist schon besser geworden. Aber wenn ich viel unterwegs bin, dann bin ich schon sehr schwach."
Annika Söllinger, Sportstudentin auf Lehramt in Wuppertal

So wie Annika geht es vielen jungen Menschen, wie eine Umfrage zeigt, bei der über 60 Prozent der Befragten, die noch Probleme hatten, unter 49 Jahren waren. Andere Forschende sagen sogar, dass junge, vorher gesunde Patienten sogar überdurchschnittlich häufig mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben. Oft berichten junge Menschen davon, dass sie nach Monaten immer noch nicht richtig schmecken oder riechen können, Husten und Atemnot haben.

Nach Covid-19: Schwere Symptome setzen verzögert ein

Bei Annika fing alles zunächst relativ harmlos an: Anfangs hatte sie nur Kopfschmerzen, einen leichten Husten und Schnupfen und ab und zu etwas Atemnot, berichtet sie. Doch nach zwei, drei Wochen bekam sie plötzlich von einen auf den anderen Tag kaum noch Luft und hatte sehr starken Husten. Die Symptome wurden auch in den Wochen danach nicht schwächer.

"Nach gut zweieinhalb, drei Wochen habe ich dann plötzlich von einem Tag auf den anderen sehr starke Atemnot bekommen und sehr starken Husten. Das hielt dann auch mehrere Wochen an."
Annika Söllinger, Sportstudentin über die Langzeitfolgen ihrer Covid-19-Erkrankung

Seitdem wird sie mit einem Kortison-Asthma-Spray behandelt und sie spürt, dass es zumindest Schritt für Schritt wieder besser wird. Dennoch: Für Annika sind diese Einschränkungen ein großer Einschnitt in ihr Leben und ihren Alltag als Studentin.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Langzeitfolgen bisher schwer erforschbar

Manche Studien weisen darauf hin, dass sich Herz und Lunge nach und nach erholen. Bei einer Studie aus Großbritannien, die sich allerdings nicht nur auf junge Menschen konzentriert hat, gaben 59 Prozent der Befragten mit milden Verläufen an, nach drei Monaten immer noch Symptome zu haben. Bei den Befragten mit einem schweren Verlauf waren es sogar 89 Prozent.

Wann Annika und andere junge Menschen wie sie wieder komplett symptomfrei sein werden, das weiß niemand so genau. Denn die Langzeitfolgen um das neuartige Corona-Virus sind noch lange nicht ausreichend erforscht. Annika appelliert daher immer wieder an ihr Umfeld, Abstand zu halten, Masken zu tragen und sich einfach noch eine Zeitlang zusammenzureißen.