Vor der Corona-Pandemie hatte niemand Interesse an Matthias Waldas Spuckschutz. Jetzt stehen die Acryl-Scheiben in Supermärkten, Apotheken und Tankstellen, und es gibt sogar Anfragen aus dem Ausland.

Vor ein paar Jahren hatte Matthias Walda eine Idee: Acrylscheiben für mehr Hygiene für die Menschen, die zum Beispiel an Supermarktkassen arbeiten und jeden Tag mit hunderten Kunden Kontakt haben. Es hatte aber niemand wirklich Interesse an dem Spuckschutz.

"Damals habe ich drei Stück verkauft und sonst wollte keiner die haben."
Matthias Walda, Leiter des Unternehmens Acryl Hamburg

Dann kam die Corona-Pandemie und Matthias Walda musste zunächst schauen, wie sein Unternehmen für Kunststoffe und Verarbeitung überhaupt über die Runden kommen würde. Er hatte sogar schon vor, seine Angestellten für Kurzarbeit anzumelden.

Spuckschutz: Kreative Lösung für die passende Zeit

Bei einem Spaziergang beobachtete der Unternehmer, wie in der örtlichen Apotheke die Menschen keinen Abstand hielten und erinnerte sich an seine Erfindung. Als er dem Geschäft seinen Spuckschutz präsentierte, waren die Mitarbeiter begeistert und bestellten direkt mehrere Exemplare. Also fing Matthias Walda an, zu produzieren.

Einige Tage später boomte Matthias Waldas Unternehmen wieder. Inzwischen stellt Walda die Scheiben in unterschiedlichen Größen her, damit sie auch an größere Tresen passen. "Das rettet echt unsere Existenz", sagt der Unternehmer.

"Wir fräsen von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr abends."
Matthias Walda, Leiter des Unternehmens Acryl Hamburg

Seinen Spuckschutz wollen jetzt viele Supermärkte, Apotheken, Arztpraxen und Tankstellen zum Infektionsschutz der Angestellten haben – und das deutschlandweit. Mittlerweile kämen die Anfragen "von überall her", beschreibt Walda. "Nur leider können wir das nicht abdecken."

Sie hätten sogar Interessenten aus dem Ausland gehabt, aber es wäre ein zu großer Aufwand, die Platten zu verschicken, so der Unternehmer. Sie wollen den Spuckschutz weiterhin möglichst vor Ort und auch an möglichst unterschiedliche Betriebe verkaufen. Deshalb will Walda auch keine Großbestellungen annehmen.

"Wir haben auch Anfragen von ganz großen Firmen bekommen, die uns als Einzellieferant haben wollen. Das haben wir aber abgelehnt, weil wir vielen helfen wollen."
Matthias Walda, Leiter des Unternehmens Acryl Hamburg

Seine Mitarbeiter will Matthias Walda wegen der vielen Kundschaft natürlich auch schützen: Neben dem Spuckschutz im Büro gibt es viel Desinfektionsmittel und Abholzonen, wo die Mitarbeiter die Scheiben für die Kunden bereitstellen.

Die plötzliche Auslastung macht seinen Angestellten nichts aus, sagt der Unternehmer: "Die sind so motiviert, weil sie auch wissen, was da alles dranhängt, und sind total zufrieden."