Die Kapazitäten für PCR-Tests sind knapp. Forschende aus den USA haben nun eine App für eine Corona-Test-Analyse mit dem eigenen Smartphone getestet.

Das Gute an der Alternative zum PCR-Test: Sie ist leicht zu Hause durchzuführen:

  • App Bacticount auf Smartphone installieren
  • Speichelprobe wird auf das Testkit aufgebracht
  • Testkit auf eine normale Kochplatte setzen
  • Bestimmte Reagenzien auf Speichelprobe darauf träufeln, die mit vorhandenen RNA-Sequenz reagieren
  • Auf 70 Grad Celsius erhitzen
  • Über die Kochplatte einen Karton stülpen, in dem sich oben eine LED-Lichtquelle befindet
  • Smartphone in einen Ausschnitt des Kartons legen

Wenn RNA-Sequenzen enthalten sind, dann gibt es eine Farb- bzw. eine Fluoreszenzreaktion. Die Smartphone-Kamera kann dann die Fluoreszenz-Reaktion erkennen und somit feststellen, ob eine Probe positiv oder negativ ist. Je mehr Viruslast eine Probe enthält, desto stärker ist die Reaktion und desto schneller erkennt das Smartphone die Infektion. Die App, die für die Analyse benötigt wird, bietet der Google Play Store an.

Vielversprechender Test - kleine Datengrundlage

Bacticount ist ursprünglich zur Erkennung von Bakterien entwickelt worden. Jetzt wurde getestet, ob sich damit auch die Viruslast zuverlässig erkennen lässt. Die Forschenden der University of California in Santa Barbara kommen zum Ergebnis, dass es prinzipiell geht – allerdings ist die Datenlage noch gering. Bislang haben sie die Studie nur mit 50 Teilnehmenden der Santa-Barbara-Uniklinik durchgeführt.

Dafür haben sie die Speichelproben von Corona-positiven und -negativen Probanden mit der Methode getestet und untersucht, wie gut die verschiedenen Corona-Varianten erkannt werden im Vergleich zum Influenza-Virus oder anderen Coronaviren.

Unklar ist, warum die Forschenden die Studie bereits jetzt trotz der kleinen Datenbasis veröffentlicht haben. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat wundert sich, dass die Forschenden bei dem relativ simplen Testaufbau nicht viel mehr Probanden herangezogen oder Forschende in anderen Ländern um eine Zusammenarbeit gebeten haben.

"Ganz ehrlich gesagt – ich kann das nicht ganz nachvollziehen, warum man sich bei sowas auf 50 Leute beschränkt und dann die Studie raushaut."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Trotzdem: Wenn das Verfahren wirklich funktioniert, könnte es einige Vorteile haben: Testkit und Reagenzien sind billig, und es braucht keine Labor-Kapazitäten.