Vom heutigen Freitag (18.10.2019) an werden in den USA Strafzölle von 25 Prozent auf zahlreiche Produkte aus Europa fällig. Betroffen sind zum Beispiel Parmesan aus Italien, Olivenöl aus Spanien – oder auch Riesling aus Deutschland.

Die USA hatten die Zölle Anfang Oktober angekündigt – als Strafe für rechtswidrige EU-Subventionen an den Flugzeugbauer Airbus. Nun treten die Strafzölle in Kraft.

Den Preis für die Weine aus Europa müssen natürlich die Verbraucher in den USA bezahlen, sagt Sommelier Konstantin Baum. Doch in letzter Konsequenz werden das auch die Winzer in Deutschland zu spüren bekommen, meint er.

"Man muss bedenken: 25 Prozent ist wirklich eine Riesen-Menge. Und gerade bei hochpreisigen Weinen schlägt das ganz schön zu Buche."
Konstantin Baum, Sommelier

Insgesamt, meint Konstantin Baum, könnten Weine aus Deutschland in den USA sogar noch deutlich teurer werden als "nur" 25 Prozent. Dabei sei das allein schon eine ordentliche Menge.

Aufpreis bis zu 50 Prozent

Der Grund dafür seien die komplizierten Handelsstrukturen in den USA. Die Einzelhändler dort dürfen die europäischen Weine nicht direkt importieren – der Einkauf laufe über Importeure und Großhändler. Und weil jeder von denen seine Marge will, könnten europäische Weine vielleicht sogar mit bis zu 50 Prozent Aufpreis im amerikanischen Verkauf landen.

"Dadurch, dass die Preise so nach oben steigen, werden sehr wahrscheinlich weniger deutsche Weine in den USA verkauft."
Konstantin Baum, Sommelier

Konstantin Baum meint, die Winzer in Europa wird das treffen. Denn letztendlich würden wahrscheinlich weniger Leute den europäischen Wein kaufen, wenn er so viel teurer wird. "Für Winzer, die viel in die USA importieren, wird das ein Riesen-Problem sein", sagt er. Einige Winzer gehen davon, dass ihr US-Geschäft um 60 bis 70 Prozent einbrechen wird, berichtet der Sommelier.

"Ich habe gehört, dass die Australier ihre Präsenz in den USA stärken wollen, weil das jetzt eine Riesen-Chance für die ist."
Konstantin Baum, Sommelier

Die Strafzölle der USA sind für andere Länder eine Chance – etwa für die Australier, die so einen Wettbewerbsvorteil haben. Vielleicht bekommen wir den europäischen Wein bald sogar günstiger im Supermarkt – denn die Strafzölle betreffen nicht nur deutsche Weine, sondern auch französische oder spanische. Konstantin Baum geht davon aus, dass der Wettbewerb im europäischen Markt künftig zunehmen wird.