Quibi mischt jetzt auf dem amerikanischen Markt der Streaminganbieter mit. Das Besondere: Quibi produziert Shows fürs Streamen von unterwegs mit dem Smartphone. Mit den großen Namen vieler Hollywood-Persönlichkeiten und millionenschweren Investoren will die Streamingplattform den großen Durchbruch schaffen.

Unter den Streamingdienstanbietern reiht sich in den USA mit dem aktuellen Launch von Quibi eine weitere Plattform ein. Anders als andere Streamingangebote soll sie vor allem etwas für die Zeit "dazwischen" da sein.

Quibi steht für "quick bites". Und Name ist Programm: Bei diesem Onlinedienst geht es nämlich besonders um die Länge der Videos – beziehungsweise deren Kürze. Denn eine Folge der dort angebotenen Dokus, Serien und Reality-Shows dauert jeweils sieben bis zehn Minuten – mehr nicht.

Digitaler Pausenfüller

Mit Quibi sollen Bahnfahrten, Wartezeiten und andere Pausen überbrückt werden - quasi als Alternative zum Klicken durch Social Media. Der Streamingdienst ist daher viel mehr als andere Dienste auf das Streamen mit Smartphone und Tablet ausgerichtet. Das ist so ähnlich wie Youtube, findet Frederic Lardinois vom Branchendienst Techcrunch, aber eben professioneller.

"Es ist nicht wie Netflix. Quibi ist eher wie Youtube, aber professionell gemacht."
Frederic Lardinois, Branchendienst Techcrunch

Das Netzwerk der Streamingplattform scheint aus halb Hollywood zu bestehen. Neben Shows mit Jennifer Lopez, Reese Witherspoon, Kiefer Sutherland, Kevin Hart und Sophie Turner, hat auch Steven Spielberg Produktionen angekündigt. Zum Start können Userinnen und User der Plattform aus 50 Eigenproduktionen wählen. Langfristig sollen es insgesamt 175 Produktionen sein.

Mit großen Namen zum Erfolg

Das gesamte Angebot soll aus Eigenproduktionen bestehen. Sie sind neben dem eingedämmten Längenformat ein weiteres Wiedererkennungsmerkmal des Streaminganbieters.

Ob die prominenten Persönlichkeiten für den großen Erfolg sorgen, bezweifelt Frederic Lardinois allerdings: "Apple versucht auch, mit Original Content – mehr oder weniger – was Interessantes zu machen. Die hatten aber keine Sendung, wo jeder sagte: 'Hey das muss ich jetzt gesehen haben'. Ich glaube, dasselbe könnte bei Quibi auch passieren", erklärt er.

Große Produktionsfirmen unter den Investoren

Die großen Filmkonzerne sehen das offenbar anders. Unter anderem gehören Sony, Warner Media, Universal und Disney zu den Investoren von Quibi. Für dessen Start kommen zwei Milliarden von Jeffrey Katzenberg. Neben seiner CEO-Position bei Dreamworks ist er nun auch Mitbegründer von Quibi. An seiner Seite ist Meg Whitman, die ehemalige Chefin von Ebay und auch HP. Sie bringt das nötige technische Know-how für die Streamingplattform mit.

Wann Quibi auch auf den deutschen Markt kommt, ist derzeit noch unklar.