Beim Cityleaks Urban Art Festival bespielen internationale Streetart-Künstler den Kölner Stadtraum. Erlebt auf einer Stadtführung, wie Streetart, Urban Gardening und spontane Interventionen die Stadt zu einer Stadt der Bürger machen. Gewinnt dafür hier Tickets!

Urban Gardening gibt es mittlerweile überall. Bench oder Chair Bombing fallen in die gleiche Kategorie - bei dieser Art der Intervention werden Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum aufgestellt, und der wird dadurch auf einmal bewohnbar. Die Admiralsbrücke in Berlin ist ein weiteres Beispiel: An lauen Abenden ist die Brücke überfüllt mit Menschen, die dort rumsitzen, Musik machen, Bier trinken, einfach den Sommer genießen. Der Brüsseler Platz ist ein Pendant in Köln.

Es sind öffentliche Plätze, die zeigen, dass wir eine Sache erkannt haben: Die Stadt gehört nicht dem Bürgermeister, den Politikern, nicht den Stadtplanern, der Kirche oder dem Ordnungsamt. Die Stadt gehört uns. Der öffentliche Raum ist für alle da, und es entsteht eine ganz andere Atmosphäre in der Nachbarschaft, wenn wir diesen Raum nicht einfach nur nutzen, um unsere Fahrräder abzustellen, sondern wenn wir ihn beleben.

"Das Cityleaks-Festival kümmert sich um Hausfassaden, die legal gestaltet werden können und lädt Künstler aus der ganzen Welt ein, um ihnen die Flächen zur Verfügung zu stellen."
Anne Scherer, Kuratorin Cityleaks Festival

Genau dieses Verständnis von Stadt bringt auch die Street Art mit. Der öffentliche Raum, die grauen Wände als öffentliche Leinwand für jeden. Darauf entstehen Kunstwerke, die für alle uneingeschränkt zugänglich und sichtbar sind. Was aber macht dieses Verständnis von Stadt, von öffentlichem Raum mit uns und wie verändert es die Stadt? Das sind Fragen, mit denen sich das Cityleaks Festival in Köln beschäftigt. Das Festival will den Dialog über das gesamtgesellschaftliche Anrecht auf städtischen Raum anregen.

Das Cityleaks Festival beginnt am 28. August mit einem Kongress. Wissenschaftler, Stadtplaner, Architekten und sonstige Menschen, die sich Gedanken über die Stadt machen, treffen sich bei Vorträgen, Diskussionen. Ab Dienstag den 1. September bespielen dann internationale Street-Art-Künstler den Kölner Stadtraum. Im Rahmen des Festivals werden privat zur Verfügung gestellte Flächen bemalt, besprüht und bearbeitet.

Street Art ist zwar für jeden sichtbar, aber genauso schnell wie manche Kunstwerke oder Graffitis entstehen, verschwinden sie auch wieder - weil der Regen sie wegwäscht oder weil die Stadtreinigung sie entfernt. Manchmal ist Street Art auch nur für einen kurzen Moment aus dem Fenster der S-Bahn zu sehen. Street Art muss also in der Lage sein, seine Message ziemlich schnell rüberzubringen. Vielleicht ist gerade das ein Grund, dass Street Art in den Sozialen Netzwerken gut funktioniert und trotzdem eine große Öffentlichkeit bekommt - obwohl sie meist gar nicht lange existiert.

DRadio Wissen ist Medienpartner des Cityleaks-Kongresses.