Teure Lebensmittel, Spritkosten oder Mieten: Dass das Leben in Deutschland immer mehr kostet, ist die größte Angst der Deutschen, zeigt eine neue Studie. Neben finanziellen Sorgen landet aber noch eine weitere Angst ganz oben.
Seit über 30 Jahren befragt die R+V-Versicherung die Bürger*innen Deutschlands nach ihren Ängsten und Sorgen rund um Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit.
Die aktuelle Studie zeigt: Finanzielle Themen treiben die Deutschen am meisten um. So befürchten 59 Prozent der Bevölkerung, dass die Lebenshaltungskosten stark steigen. An der Studie mitgearbeitet hat die Politikwissenschaftlerin Isabelle Borucki. "Lebensmitteleinkäufe, aber auch Energie- und Wohnkosten sowie Sprit – das sind die wesentlichen Treiber", sagt sie.
Angst vor schlechterer Wirtschaftslage
Im Vergleich zum vergangenen Jahr haben sich die Themen aber auch etwas verschoben. Stärker in den Fokus gerückt ist beispielsweise die Angst davor, dass sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland verschlechtert und die Regierung damit überfordert ist.
Miese Noten für die Politik
Gleichzeitig sinkt auch das Vertrauen der Menschen in die Politik. Die Befragten haben im Schnitt die Note 4,1 für "Regierung und Opposition" vergeben. Isabelle Borucki zufolge waren die Noten zwar schon mal noch schlechter. "Das ist aber kein Hinweis darauf, sich jetzt auszuruhen und diese schlechte Bewertung zu ignorieren oder gar schönzureden", betont sie.
"Das muss man schon sehr ernst nehmen und als Auftrag für Politik verstehen, in Handlung zu kommen und Lösungen zu erarbeiten."
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Angst vor dem Klimawandel ist in der Bevölkerung nicht mehr so stark ausgeprägt wie zuletzt.
Klimawandel bereitet weniger Sorgen
Für Isabelle Borucki ist das aber kein Entwarnungssignal. "Es zeigt sich aus meiner Sicht vor allem, dass Klimarisiken von Preis- oder Wirtschaftsthemen überlagert werden." Die Politikwissenschaftlerin würde daher nicht davon sprechen, dass den Menschen der Klimawandel gleichgültig geworden ist.
"Wenn man konkret nach Hitzeschutz fragen würde, wäre die Zustimmung zu politischem Handeln sicherlich höher."
Für die repräsentative R+V-Studie "Die Ängste der Deutschen 2026" wurden rund 2.400 Menschen der deutschsprachigen Wohnbevölkerung ab 14 Jahren persönlich befragt. Die Langzeitstudie wird seit 1992 durchgeführt.
