Es ist so oder so ein wichtiges und hochklassiges Testspiel. Für manche Spieler geht es schließlich noch ums WM-Ticket. Vor allem für die Brasilianer hat es dank des historischen Halbfinales aber noch eine ganz andere Bedeutung.

Normalerweise wäre es nur ein Testspiel vor einer Weltmeisterschaft. Doch nach dem unvergessenen Halbfinale bei der Weltmeisterschaft 2014, das Deutschland gegen Brasilien mit 7-1 gewann, ist das Spiel heute Abend (27.03.) in Berlin eben mehr als ein Testspiel - in erster Linie für die Brasilianer.

"Die Seleção braucht ohne Weltpokal gar nicht nach Hause zu kommen."
Daniela Müllenborn, Deutschlandfunk Nova

In Brasilien ist das Sieben zu Eins immer noch ein Trauma. Das Halbfinale am 8. Juli 2014 ist sogar zur Redensart geworden. Wenn etwas schief geht, jemand den Bus verpasst oder ein Teller zu Bruch geht, hört man den Satz: "Noch ein Tor für Deutschland." Die Enttäuschung sitzt nach wie vor tief, und die Brasilianer bekräftigen sich gegenseitig: So etwas darf nie wieder passieren. Der 7. Januar (7.01.) ist zum Trauertag geworden.

Dass das Testspiel und die WM-Spiele so ausgehen wie vor vier Jahren, ist unwahrscheinlich, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Daniela Müllenborn. Brasilien hat neue Spieler, einen neuen Trainer und vor allem ein neues Spielsystem, das mehr auf ein Mannschaftskonzept setzt, eine solide Abwehr und weniger auf die individuellen Stärken der Einzelspieler. Auch Toni Kroos sagt: Brasilien ist heute zwei Klassen besser als damals.

"Mit Brasilien ist wieder zu rechnen und gehört in Russland zu den Favoriten."
Daniela Müllenborn, Deutschlandfunk Nova

Die Qualifikationsphase hat Brasilien als Erstplatzierter abgeschlossen, für Daniela Müllenborn gehört Brasilien zu den WM-Favoriten. Unklar ist noch, ob Superstar Neymar rechtzeitig zur WM fit wird und spielen kann. Der brasilianische Nationaltrainer Tite hat angeblich einen Plan, ohne ihn auszukommen. Dabei gibt es für die Abhängigkeit von Neymar sogar einen Begriff: Neymardependencia.