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Die Spargelwirtschaft ist mit der Saison bisher zufrieden, allerdings ist der Spargel recht teuer. An fehlenden Arbeitskräften liegt es in diesem Jahr nicht.

Die Spargelpreise sind der Saison 2021 vergleichsweise hoch. Ein Kilo im Supermarkt kann schon mal zwölf bis 14 Euro kosten, die höchste Produktklasse noch zwei bis drei Euro mehr.

Spargel wächst eher bei wärmeren Temperaturen, als sie der Frühling bislang geboten hat. Denn er braucht warme Böden. Vor allem der April war in einigen Teilen Deutschlands ungewöhnlich kühl und teilweise frostig. Das zeigt das Tagesmittel der Tiefsttemperaturen hierzulande im April 2021 im Vergleich zu 2020. Die Wetterlage macht sich indirekt auch beim Spargelpreis bemerkbar.

Spargelernte mit Verspätung

Viele Spargelbetriebe haben deshalb erst rund zwei Wochen später als geplant mit der Spargelernte angefangen. Die Landwirtinnen und Landwirte bleibt nicht mehr allzu viel Zeit, denn die Spargelsaison endet am 24. Juni, dem Johannistag.

"Allerdings soll das Wetter nächste Woche besser werden, vielleicht mal über 20 Grad, vielleicht gibt das dem Spargel nochmal einen Schub."
Carolin Bredendiek, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die absolute Erntemenge des Gemüses in Deutschland ist seit einem Höhepunkt im Jahr 2018 mit rund 133.000 Tonnen im Jahr 2019 deutlich zurückgegangen – auf 122.000 Tonnen. Importe spielen beim Spargel kaum eine Rolle. Am meisten wird zum eigentlichen Saisonhöhepunkt im April importiert. 2019 und 2020 waren es je rund 8000 Tonnen.

Monatliche Menge der Importe und Exporte von frischem oder gekühltem Spargel in Deutschland von Januar 2019 bis Januar 2021 in Tonnen
© Statistisches Bundesamt
Monatliche Menge der Importe und Exporte von frischem oder gekühltem Spargel in Deutschland von Januar 2019 bis Januar 2021 in Tonnen

Die Erntearbeit ist körperlich anstrengend und die Handgriffe sind anspruchsvoll. Während der ersten Corona-Saison gab es pandemiebedingt einen Arbeitskräftemangel, erinnert sich Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Carolin Bredendiek.

"2020 fiel die Spargelsaison genau in den ersten Lockdown in Deutschland und zack, Grenzkontrollen und viele Landwirte standen vor Problemen, weil viele Erntehelfer aus dem Ausland zu uns kommen."
Carolin Bredendiek, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Ein Mangel an Arbeitskräften gebe es nun in der Pandemie-Saison 2021 nicht, sagt Simon Schumacher vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer. Auch die Corona-Sicherheitsmaßnahmen seien nun klar geregelt.

"Erst wenn dieser Negativtest vorliegt, steigen die in den Bus oder ins Auto. Dann wird ein Antigen-Schnelltest vom Betrieb durchgeführt."
Simon Schumacher, Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer

In vielen Betrieben werde außerdem darauf geachtet, dass feste Gruppen zusammenbleiben, in denen gekocht und gegessen wird.

Konsum ist temperaturabhängig

Was den Absatz angeht, ist der Ausfall bei der Gastronomie für die deutsche Spargelwirtschaft eher kein Problem, sagt Simon Schumacher. Viele Menschen hätten 2020 eben größere Mengen für zu Hause gekauft. Allerdings werde bei wärmeren Temperaturen mehr Spargel verkauft, als wenn es so kühl wie in den letzten Wochen ist.

"In den Normaljahren ist der Absatz über die Gastronomie 30 Prozent. Letztes Jahr wurde das aufgefangen, weil die Leute selbst die eine oder andere größere Portion Spargel zubereitet haben."
Simon Schumacher, Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer