Wenn es uns im Winter kalt wird, können wir einfach die Heizung aufdrehen. Tiere können das natürlich nicht. Deshalb haben sie Strategien entwickelt, um sich gegen die Winterkälte zu wappnen.

Die einfachste Methode, um über den Winter zu kommen, ist die sogenannte Vermeidungsstrategie. Das heißt zum Beispiel: ganz einfach wegfliegen. Zugvögel fliegen in den warmen Süden, um dort zu überwintern. Andere Tiere – wie etwa Igel, Haselmäuse, Siebenschläfer oder Murmeltiere – pennen einfach durch. Sie halten Winterschlaf.

Wegfliegen, Winterschlaf, Winterfell

Im Winterschlaf ist Energiesparen für die Tiere angesagt. Sie leben dann von ihrem vorher angefressenen Körperfett. Tiere, die keinen Winterschlaf halten, schützen sich mit einem Winterfell vor der Kälte.

"Maulwürfe schlafen nicht so lang und fest wie die Tiere, die Winterschlaf halten, weil sie zwischendurch etwas zu futtern brauchen."
Mario Luwdig, Biologe
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Der Maulwurf hält keinen richtigen Winterschlaf, sondern macht eine sogenannte Winterruhe. Er legt sich deshalb in einem bestimmten Raum seines unterirdischen Höhlensystems einen Vorrat an Regenwürmern an. Damit diese Regenwürmer nicht abhauen können, beißt er ihnen vorher den Kopf ab. Das heißt die Regenwürmer leben noch, können aber nicht fliehen. So hat der Maulwurf eine richtige Frischfleischspeisekammer in seinem Bau.

Speisekammer im unterirdischen Höhlensystem

Manchmal helfen sich die Tiere auch gegenseitig gegen die Kälte: Pinguine in der Antarktis zum Beispiel drängen sich während des Brütens eng aneinander. Sie schützen sich damit vor dem eisigen Wind. Damit jedes Tier mal am Rand und mal im warmen Inneren der Brut-Kolonie steht, wechseln sie regelmäßig ihren Standort.

"Nacktmulle sind sogenannte Gruppenkuschler. Die Tiere haben eine dünne Haut und eine dünne Fettschicht. Besteht die Gefahr, zu sehr auszukühlen, regulieren sie ihre Körperwärme durch sogenanntes Gruppenkuscheln."
Mario Luwdig, Deutschlandfunk Nova

Nacktmulle pressen sich auch gerne sehr eng aneinander. Das klingt zwar gemütlich, geht bei der Kälte aber nicht immer harmonisch zu. Ganz niederrangige Nacktmulle müssen bei niedrigen Temperaturen auch oft noch als Wärmespender herhalten. Sie werden nämlich, sobald die Temperaturen im unterirdischen Bau unangenehm kalt werden, von ihren Artgenossen aus dem unterirdischen Nest gejagt. An der Oberfläche müssen sie dann ein paar Runden drehen, um dann aufgewärmt als lebendiges Heizkissen in den Bau zurückzukehren.

Gruppenkuscheln und lebendige Heizkissen

Auch einige Fische haben eine ganz eigene Strategie gegen Kälte entwickelt: Sie halten sich im Winter am Grund ihres Gewässers auf, weil das Wasser dort am wärmsten ist. Das liegt daran, dass Tiefenwasser von Teichen niemals kälter als 4 °C wird, weil Wasser bei dieser Temperatur die größte Dichte hat, und deshalb nach unten sinkt. Auf dem Grund halten die Fische dann eine Winterruhe, eine Art „Winterschlaf light“.

"Der Herzschlag ist reduziert, Temperatur und Stoffwechsel werden abgesenkt. Nahrung brauchen die Fische deshalb keine mehr."
Mario Luwdig, Biologe

Die ungewöhnlichste Strategie verfolgt der nordamerikanische Waldfrosch. Der hat einen ganz einfachen Trick entwickelt, mit dem er verhindert, dass seine körpereigenen Flüssigkeiten gefrieren: Indem er sich das Pinkeln verkneift, steigt die Konzentration an Harnstoff in den Körperzellen. Der Harnstoff wirkt ähnlich wie ein Frostschutzmittel und schützt die Frösche vor dem Kältetod. Wie die Harnblase das aushält, weiß man allerdings nicht.