An der Uni Bremen werden Affen zum Mitarbeiten erzogen. Im Schichtbetrieb erfüllen sie Aufgaben - im Namen der Wissenschaft.

Botox ist einer von ein Dutzend Rhesusaffen, die am Institut für Hirnforschung der Universität Bremen leben und arbeiten. Arbeiten?

Ja, Botox hat regelmäßig Schichten zu absolvieren. In denen wird sein Gehirn an eine Versuchsapparatur angeschlossen, dann muss er Aufgaben lösen. Forscher messen dabei die Gehirnaktivitäten. Die Hoffnung ist, dass sich aus diesem Wissen in einigen Jahren neue Therapieansätze ergeben werden.

"Durstfolter"

Botox hat gelernt, was er zu tun hat. Und trotzdem muss er regelmäßig belohnt werden, damit er mitmacht. Für jede erledigte Aufgabe bekommt er etwas zu trinken. Deshalb erhält er sonst nichts. Er soll Durst haben, damit er motiviert ist, seine Arbeit zu machen. Tierschützer nennen diese Vorgehensweise "Durstfolter". Hanno Würbel, Professor für Tierschutz an der Vetsuisse-Fakultät Bern, sagt: Im Vergleich zu anderen Versuchsmethoden ist das eine geringe bis mittelschwere Belastung.

Prof. Wolf Singer, Leiter der Abteilung "Singer-Emeritus-Department" am Max-Planck-Institut für Hirnforschung, über die Notwendigkeit, mit Affen Tierversuche durchzuführen.
"Wenn es um die Erforschung von höheren Leistungen geht wie Aufmerksamkeit, Entscheidungsfindung, Bewertungen von Reizen, dann lässt sich das nur bei Lebewesen erforschen, die ein Präfrontalhirn haben. Das ist bei Mäusen nicht der Fall."