Schon mal eine Zombie-Schabe gesehen? Dann wird es höchste Zeit. Und es gibt noch mehr Tiere im Willenlos-Modus, sie werden zum Werkzeug von Neuroparasiten.

Es ist ein Präzisionsstich ins Hirn, mit dem die Juwelwespe, ein leuchtend schimmerndes Insekt, ihre Beute willenlos macht. Die perfide Taktik: Sie will die Kakerlake quasi als Essen auf Rädern heim zur Brut schaffen. Und das geht nur, indem diese noch selbst laufen kann - wenn auch ohne eigenen Willen. Dafür sorgt das Gift in ihrem Kopf.

Neuroparasiten nennt die Wissenschaft diese Tiere, die Gehirn und Nervensystem ihres Wirts attackieren und dadurch die Kontrolle über deren Körper übernehmen. Neben der Juwelwespe gibt es noch weitere fiese Arten, die ihre Beute als Transportmittel missbrauchen oder sie als lebende Futterquelle oder Brutstätte für die Nachkommen halten.

Lebensmüde Mäuse

Weit verbreitet ist etwa der Einzeller Toxoplama gondii, der vor allem dafür bekannt ist, dass er Katzen befällt. Schaut man sich den Entwicklungszyklus des Sporentierchens an, ist die Sache aber komplizierter: Es wechselt zwar häufiger den Wirt, kann sich aber nur in der Katze, dem Endwirt, vermehren.

Maus mit rotem Farbeffekt
So könnte sie aussehen: die Zombie-Maus. Tiere, die vom Einzeller Toxoplasma gondii befalllen sind, verhalten sich allerdings anders. Sie werden lebensmüde und verlieren die Angst vor Katzen.

Zwischenwirte sind Vögel oder andere Säugetiere, häufig Mäuse. Dass die Maus zur (bzw. in die) Katze kommt, damit sich Toxoplasma gondii dort vermehren kann, wird nicht dem Zufall überlassen. Der Einzeller nistet sich im Gehirn der Maus ein, genau in dem Bereich, der das Angstverhalten steuert. Durch diesen manipulativen Meistergriff stehen Mäuse plötzlich total auf Katzengeruch. Schlecht für die Maus, gut für den Parasiten.

Im Gegensatz zu anderen Parasiten können aber auch Menschen von dem Erreger betroffen sein. Sie fallen allerdings nicht in den Zombiemodus. Schwangeren beispielsweise wird dennoch zur Vorsicht im Umgang mit Katzen (vor allem Katzenkot) geraten, da durch eine Toxoplasmose, das ungeborene Kind geschädigt werden könnte. Da auch andere Säugetiere vom Erreger betroffen sind, wird zudem vor rohem Fleisch gewarnt.

Verkehrsunfall mit Toxoplasma

Es gibt noch keine eindeutige wissenschaftliche Einschätzung dazu, wie sich der Erreger auf den Menschen auswirkt. Während einige die Ansicht vertreten, man müsse sich keine allzu großen Sorgen machen (In der Regel verläuft die Krankheit nur kurz, wenn sie erkannt wird), gibt es auch Studien, die einen Zusammenhang zu Schizophrenie, Parkinson und Alzheimer herstellen. Eine Untersuchung kam sogar zu dem Schluss, dass Toxoplasmose-Patienten häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt waren.

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